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Canadi muss bleiben

Von Christian Mayr

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Damir Canadi wird bei Rapid rausgeschmissen, so viel ist sicher. Und zwar wahrscheinlich dann, wenn am Mittwochabend das Cup-Viertelfinale in St.Pölten nicht gewonnen und damit der letzte Titel-Strohhalm für heuer geknickt ist. Der Wiener ist aber jedenfalls nicht mehr zu halten, wenn am Samstag auch noch die Bundesliga-Partie bei Schlusslicht Ried verloren geht und somit das Abstiegsgespenst in Hütteldorf greifbar würde. Klingt alles logisch und wäre den allseits bekannten Gesetzen des Fußballs entsprechend - dass ein Rausschmiss auch auf lange Sicht gut für Rapid wäre, ist damit allerdings keinesfalls bewiesen. Denn natürlich ist evident, dass Canadi ein System spielen lässt, für das der Kader im Sommer nicht zusammengestellt wurde; dass er in einer Phase großer Verunsicherung experimentiert hat, statt Sicherheit einzuimpfen; und dass er mit unbedachten Äußerungen die Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft massiv gestört hat. Aber ebenso unbestritten ist, dass der 46-Jährige eine Menge vom modernen Fußball versteht, im Stande ist, ein Team mitzureißen und auf lange Sicht auch nach oben zu führen. Nicht umsonst hat er Altach binnen drei Jahren aus der Ersten Liga ins Oberhaus und dort in den Europacup geführt, um dann die Vorarlberger heuer im Herbst - knapp vor deren Winterkrönung - zu verlassen. Und zwar als "Trainer mit herausragenden Qualitäten, der mit der Größe seiner Aufgaben mitwächst", wie damals Rapid-Präsident Michael Krammer lobte. Wenn das ernst gemeint war, muss ebendieser nun auch zu ihm halten und ihm die Chance geben, nach einer völlig verkorksten Saison einen Neustart durchzuführen.