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Carla Bruni und das Einparken

Von Christina Böck

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Gut, dass die "Vogue" kein feministisches Kampfblatt ist, dürfte die wenigsten überraschen. So kam es auch nicht unerwartet, dass sich da die ehemalige französische Première Dame Carla Bruni-Sarkozy über ihre eigenen feministischen Ambitionen eher zurückhaltend geäußert hat. Also, nicht sie war zurückhaltend, ihre Ambitionen sind es. Das 44-jährige Ex-Model hatte festgestellt, dass Frauen ihrer Generation es nicht mehr nötig hätten, feministisch zu sein. Es reiche ja, dass die Generationen vor ihr den Weg geebnet hatten. Mehr hatte sie nicht gebraucht, um französische Geschlechtsgenossinnen zu erzürnen. Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde dazu aufgerufen, "ChereCarlaBruni" zu erklären, warum auch ihrer Generation feministische Gesinnung gut anstehen würde. Einer der am häufigsten verbreiteten Kommentare lautete: "75.000 vergewaltigte Frauen in Frankreich pro Jahr sind genug, um mich davon zu überzeugen, dass meine Generation Feminismus braucht." Andere zogen eine weniger ernste Perspektive vor: "Wir brauchen Feminismus, so lange es männliche Passanten gibt, die Frauen beim Einparken einweisen wollen."

Mittlerweile hat sich Carla Bruni entschuldigt. Sie habe sich nicht richtig ausgedrückt. Wenn Feminismus bedeute, dass eine Frau ihre Freiheit einfordere, dann sei sie durchaus Feministin. Das bedeutet Feminismus nun ja nicht vorrangig. Der fordert nämlich eigentlich Gleichberechtigung ein. Brunis Generation braucht also den Feminismus: Allein schon deshalb, weil manche nicht mal mehr wissen, was das ist.