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Casinos Austria: Monopol hilft bei Suchtbekämpfung

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Knapp 83.000 Spieler gesperrt. | Novomatic: Setzen auch Maßnahmen. | Wien. Angesichts immer schärfer werdender Debatten rund um das staatliche Glücksspielmonopol gehen die Casinos Austria in die Offensive. Der Inhaber aller zwölf zu vergebenden Casino-Lizenzen sieht im Monopol die "effizienteste Möglichkeit, die gesellschaftliche Verantwortung" im Umgang mit Spielsucht wahrzunehmen.


Es sei eine Gratwanderung, zwischen den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten und den gesetzlichen Ordnungsbestimmungen abzuwägen, meint Dietmar Hoscher, Vorstandsdirektor der Casinos Austria. Um spielsüchtige Kunden zu erkennen, führen die Casinos laut Herbert Beck, dem Leiter der Abteilung "Responsible Gaming", sogenannte Screenings durch.

Dabei werden Spielverhalten und Wirtschaftslage der Gäste durchleuchtet. Deutet das Ergebnis auf eine Spielsucht hin, folgen für den Betroffenen Eintrittsverbote oder Besuchsbeschränkungen. Laut Hoscher sind seit 1986 knapp 83.000 Spieler gesperrt worden. Dieses System funktioniere aber nur, solange die Casinos Austria Alleinanbieter sind: "Sonst geht der Gesperrte einfach zur Konkurrenz."

Gefährliche Automaten?

Beim niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic schließt man sich dieser Argumentation nicht an. "Auch wir stellen uns der Problematik", so Sprecher Hannes Reichmann. Novomatic setze genauso Maßnahmen zur Spielsuchtprävention.

Allerdings werden Kunden nicht gegen ihren Willen gesperrt. Zudem orten Suchtexperten gerade beim Automaten-Glücksspiel mit niedrigen Einsätzen, wie es auch Novomatic betreibt, den Grund für die steigende Zahl von Spielsüchtigen in diversen Therapieeinrichtungen. Reichmann weist dies zurück. Dazu gebe es nicht ausreichend empirische Daten.

Hintergrund der Debatte um das Glücksspielmonopol ist ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen Österreich, bei dem es um Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit im Glücksspielbereich geht. Hier müssten die Prinzipien der Nichtdiskriminierung und der Verhältnismäßigkeit eingehalten werden.