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CE-Gas-Pleite pendelt sich bei 122 Millionen Euro ein

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Insolvenzverwalter Engelhart versucht geschäftliche Hintergründe aufzuklären.


Wien.Im 16. Stock des Wiener Handelgerichts stand am Dienstag der Konkurs der CE Gas Marketing & Trading GmbH (CEMAG), die bisher größte Pleite des heurigen Jahres, auf der Tagesordnung.

CE Gas, einst ein Unternehmen der VCP-Gruppe um Heinrich Pecina, gehört heute der Artemis Global Capital SE mit Sitz in München, doch vieles im Hintergrund, wie frühere Verflechtungen, ist nach wie vor unklar. Feststeht aber, dass Großgläubiger wie die Unicredit und die Raiffeisen Bank International (RBI) einen erheblichen Schaden befürchten müssen.

Masseverwalter Karl Engelhart hat laut Creditreform insgesamt 122,186 Millionen Euro Forderungen festgestellt. Zieht man die bedingten Forderungen ab, müssen 117,9 Millionen Euro für die Quotenerfüllung herangezogen werden. Engelhart hat die Gläubigerquote auf 25 Prozent raufgehandelt. Unter dem Strich müssen dafür bis Mitte Dezember rund 30 Millionen Euro hingeblättert werden, 28,5 Millionen Euro sollen durch den Verkauf der Forderungen gegen die italienische Findind-Gruppe in die Masse fließen. Als Käufer tritt anscheinend die italienische Gruppe eines Marco Marenco auf.

"Wir haben 157 Millionen Euro Forderungen gegen die italienischen Abnehmer, aber unsere Hauptschuldner in Italien sind alle im Vorverfahren zur Insolvenz", sagt Engelhart im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Es gibt eine große Unsicherheit, was in den Insolvenzverfahren in Italien herauskommen wird."

Zwei Banken, die Unicredit und die RBI, sollen der Ansicht sein, dass noch vieles intransparent ist, und dass bei einem Forderungsverkauf nach Italien mehr herauszuholen sein müsste. Den vorliegenden Plänen sollen sie nicht zugestimmt haben. "Sie sagten, sie stimmen nur zu, wenn eine Besserungsklausel vereinbart wird", sagt Engelhart. "Das Verfahren ist extrem emotionell seitens vieler Gläubiger."

Diffuser Hintergrund

Richterin Simone Kerres-Denkstein erstreckte "nach Erörterung der Sach- und Rechtslage mit Zustimmung der Gläubigervertreter die Sanierungsplansatzung auf 4. Dezember 2012. Zugleich teilte sie mit, dass die Fortführungskaution nur noch bis Anfang November ausreicht und weitere 430.000 Euro nötig werden. Sollte bis Ende Oktober kein Geld fließen, werden sie das Gashandelsunternehmen schließen.

Konkursverwalter Engelhart will auch klären, wie die Gruppe von Marco Marenco mit CE Gas verflochten ist oder war. "Trotz intensiver Bemühungen war es nicht möglich, dass die VCP-Gruppe Informationen über das Ausmaß und die Art der offenbar zumindest teilweise vorhanden gewesenen wirtschaftlichen Beteiligungen des Herrn Marco Marenco oder einer seiner Firmen über die Gesellschafterin CEMAG Privatstiftung an der CE Gas gibt", heißt es in einem Bericht Engelharts an das Gericht. Indes ist für Engelhart die Erfüllung des verbesserten Sanierungsplans aber gegeben, wenn Marco Marenco seine Zahlungsverpflichtung einhält.