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CEE-Bankenmarkt wächst dynamisch

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Der enorme Nachholbedarf bei Bank- und Finanzdienstleistungen, gepaart mit einer guten Konjunkturentwicklung, garantiert weiterhin eine hohe Wachstumsdynamik des Bankenmarktes in Zentral- und Osteuropa (Central and Eastern Europe, CEE*). Davon profitieren die internationalen Banken in einem besonders hohen Ausmaß.


Laut einer Studie der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die am Wochenende in Röjtökmuzsaj bei Sopron vorgestellt wurde, liegt der Marktanteil der Ausländer in CEE derzeit bei 66%. Dabei sind die österreichischen Banken die klare Nummer 1. "Jedes 5. Bankgeschäft in Zentral- und Osteuropa wird von einer Tochter einer österreichischen Bank abgewickelt", sagte BA-CA-Chefökonomin Marianne Kager. Italienische Banken kommen auf knapp 12%, gefolgt von belgischen mit rund 9%.

Nach Bilanzsumme ist die belgische KBC die größte Bankengruppe in CEE, gefolgt von Erste Bank und BA-CA.

Der CEE-Markt wächst beträchtlich schneller als der Euroraum. So legten etwa von 1999 bis 2003 Kredite an Private in CEE um 22%, im Euroraum hingegen nur um 6% zu. Das Kreditvolumen pro Einwohner macht heute mit 1.600 Euro erst 7% des Euroraum-Niveaus aus. Geht man von einem Wachstum des Kreditmarktes von mehr als 250% in den nächsten 10 Jahren aus, wird sich das Kreditvolumen pro Einwohner auf rund 6.000 Euro erhöhen. Das entspricht dann etwa 24% des heutigen bzw. 17% des geschätzten künftigen Euroraumniveaus. "Damit ergibt sich noch beträchtliches Wachstumspotenzial in der Region Zentral- und Osteuropa," so Kager. Am stärksten wird das Kreditvolumen nach Meinung der BA-CA in Rumänien, Serbien und Montenegro sowie Bulgarien zulegen.

Die BA-CA ist im Rahmen des "Bank-der-Regionen-Vertrags" innerhalb des Konzerns der bayerischen HypoVereinsbank (HVB) für die Märkte in Zentral- und Osteuropa verantwortlich und seit nunmehr 30 Jahren in CEE präsent.

Um weiter zu wachsen, plant die BA-CA bis 2007 rund 200 neue Filialen in Polen, Ungarn und Südosteuropa zu eröffnen und alternative Vertriebswege zu forcieren. Vergangene Woche wurde das CEE-Netzwerk durch den Zukauf der bulgarischen Hebros Bank erweitert. Seit 1997 hat sich die Bilanzsumme der BA-CA in CEE von 3,7 Mrd. auf 27 Mrd. Euro mehr als versiebenfacht.

*CEE = Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien.