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Chancen und Risken für die heimischen Unternehmer

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Viele heimische Großunternehmen hätten die Chancen in den mittel- und osteuropäischen Märkten schon wahrgenommen, "enormer Aufholbedarf besteht aber noch bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)", meinte Karl Sevelda, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Zentralbank (RZB), im Rahmen des Raiffeisen Exporttages "OstWestOst" am Freitag in Wien.


"Österreich hat bereits eine wichtige Position in diesen Märkten", betonte auch Walter Koren, Leiter Außenwirtschaft in der österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ). Die österreichischen Handelsdelegierten aus Russland, der Ukraine, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn hoben in einer Podiumsdiskussion das weitere Wachstumspotenzial dieser Märkte hervor.

Die Risken und Chancen für Exporte und Investitionen stellen sich in jedem Land anders dar. Der polnische Handelsdelegierte Rudolf Thaler empfiehlt jedenfalls noch vor dem EU-Beitritt in Polen aktiv zu werden. Durch die Bekanntgabe des EU-Beitritts Ungarns mit 1. Mai 2004 sei eine zusätzliche Dynamik in Gang gekommen, so der Handelsdelegierte in Ungarn, Peter Rejtö. "Jeder, der nach Russland kommt, hat Angst vor der Mafia", beklagte Hans Kausl, Handelsdelegierter in Russland. "Wir haben das Problem der Korruption und nicht der Mafia", gab Michael Angerer, Handelsdelegierter in Tschechien, zu bedenken. Dass in der oft überbordenden Bürokratie eine gewisse "Motivation" oder das richtige "Sponsoring" Angelegenheiten beschleunigen könn,e sei eine Gegebenheit, die nicht nur die Ostländer betreffe, so das Credo am Podium.

Als großen Unsicherheitsfaktor sehen viele UnternehmerInnen die Rechts(un)sicherheit im sogenannten Osten. Ursache dafür seien mitunter neue Rechtsvorschriften oder nicht kompetente und oft auch schlecht bezahlte Rechtsbedienstete. Auch wenn die Durchsetzung von Rechtsansprüchen funktioniert, könne ein Verfahren oft sehr lange dauern, berichtete etwa Konstantin Bekos, Handelsdelegierter in der Slowakei. "Man sollte viel mehr Zeit in die Auswahl des Partners investieren, um Probleme zu vermeiden", meinte der Polen-Handelsdelegierte Thaler. Die sorgfältige Vorbereitung für ein Auslandsengagement und die Auswahl der Partner sei besonders wichtig, betonte auch Christian Gessl, Handelsdelegierter in der Ukraine.