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Chaotische Situation durch Uni-spezifische Regelungen

Von Simon Inou

Politik

Seit dem Wintersemester 2001/2002 haben ausländische Studierende für ein Studium an den österreichischen Universitäten so genannte Studiengebühren zu bezahlen. Für jene aus nicht EU- oder EWR-Ländern kostet es doppelt so viel wie für einen Österreicher. Ausnahmeregelungen gibt es nur für die Ärmsten - wer das ist, bestimmen die Hochschulen seit neuestem autonom und nach höchst unterschiedlichen Kriterien.


Ausländische Studierende aus EU- und EWR- (Europäischer Wirtschaftsraum) Staaten wie der Schweiz bezahlen wie Österreicher 363,36 Euro pro Semester. Für alle anderen - einschließlich staatenlose und solche mit ungeklärter Staatsbürgerschaft - kostet es 726,72 Euro. Studierende aus Entwicklungsländern wurden die Gebühren bis zum Sommersemester 2004 erlassen bzw. rückerstattet. Diese Vergünstigung half auch vielen Afrikanern. Mit Inkrafttreten der Studienbeitragsverordnung 2004 liegt es nun in der Hand des Rektors der jeweiligen Universität zu entscheiden, ob und in welchem Umfang die Rückerstattung des Betrags erfolgt.

Wie viele Studierende aus afrikanischen Ländern ungünstig von der neuen Regelung betroffen sind, kann die ÖH-AusländerInnen-Referentin Basma Abu-Naim, Architekturstudentin aus Palästina, nicht genau sagen.

Im Wintersemester 2003 studierten laut ÖH 561 AfrikanerInnen an Österreichs Universitäten. Je nach Hochschule, werden diese Studierenden nun unterschiedlich behandelt. Die Situation ist unübersichtlich: Während etwa die Universitäten Wien und Innsbruck sowie die Kunstuni Wien Studierende aus ärmeren afrikanischen Ländern von der Gebühr befreien, gehen die Unis in Salzburg und Graz einen anderen Weg. "Dort wird die Rückerstattung an den Studienerfolg gekoppelt", erklärt Abu-Naim.

An der Wirtschaftsuniversität Wien wird den Bedürftigen nur die Hälfte des Studienbeitrags zurückerstattet. Von der TU Wien gibt es noch keine eindeutigen Informationen zum Thema. Ob der chaotischen Situation verzeichnet das AusländerInnen-Referat der ÖH derzeit jedenfalls einen wachsenden Ansturm verzweifelter Studierender.

Infos: http: //www.oeh.ac.at/