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"Charles III. wird ein ganz anderer König sein"

Von Michael Schmölzer

Politik

Der Sohn der Queen hat viele Sympathien verspielt. Er konnte an der Seite von Camilla zuletzt aber Terrain gutmachen.


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Das britische Hofzeremoniell ist strikt. Es sieht vor, dass der Thronfolger in der Sekunde, in der die Monarchin stirbt, den Thron besteigt, was nun der Fall ist: Großbritannien hat mit Charles III. einen neuen König. Als Thronfolger wurde er schrittweise an seine künftige Rolle herangeführt, zuletzt hat er in Vertretung der Queen immer öfter öffentliche Termine wahrgenommen.

Eine Regentschaft bedeutet jedenfalls harte Arbeit. So muss sich ein britischer Monarch täglich durch Stapel an offiziellen Dokumenten arbeiten. Ganz zu schweigen von den zahllosen offiziellen Auftritten. Die große Frage aber lautet, ob Charles ähnlich beliebt sein wird wie die Queen.

Für den deutschen Adelsexperten Rolf Seelmann-Eggebert ist klar, dass Charles "ein ganz anderer König sein" wird. Sollte er sich weiterhin innenpolitisch engagieren, "dann kann er ganz leicht in Schwierigkeiten geraten", weiß der Experte. Denn britische Premierminister seien eine solche Einmischung nicht gewöhnt. In Seelmann-Eggeberts zuletzt erschienenen Biografie über den Thronfolger heißt es weiter, er sei "hoffnungslos dünnhäutig" und intolerant gegenüber abweichenden Meinungen. Andere bemängeln, dass der Thronfolger unsportlich sei und zudem Angst vor Pferden habe.

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Viele nehmen es Charles immer noch übel, dass er Diana, die Königin der Herzen, mit seiner Dauer-Geliebten und späteren zweiten Frau Camilla betrog. Als dann auf Tonbandmitschnitten zu hören war, dass Charles ein "Tampon" seiner Geliebten sein wollte, war für viele klar: Der kann nicht König werden. Eher wollten sie Sohn William auf dem Thron sehen. Allerdings hat sich die Empörung gelegt. Charles und Camilla verschafften sich mit ihrem Engagement für Naturschutz Respekt. Jetzt schreiben Hofexperten, Charles sei "emotional intelligent". Nicht spleenig, sondern ein Freigeist mit großem Sinn für Ästhetik.

Am Donnerstagabend sind alle ihre vier Kinder eilig zur sterbenden Queen nach Schottland gereist. Erst kürzlich feierte diese ihr 70. Thronjubiläum gefeiert. Sie hatte diesen 1952 bestiegen. Damals war Winston Churchill Premierminister. König Charles III. zeigte sich am Donnerstag schwer erschüttert über den Tod seiner Mutter. Er will am Freitag mit seiner Frau, Königin Camilla, nach London zurückkehren.