Zum Hauptinhalt springen

Chatami gegen totalitäre Methoden im Iran

Von WZ Online

Politik

Irans Ex-Präsident Mohammad Chatami hat den Hardlinern in Teheran faschistische und totalitäre Methoden vorgeworfen. "Wir glauben, dass sie bei der Wahl die größte Chance zerstört haben, die sich der tonangebenden Geistlichkeit und dem Land geboten hat", zitierte die Nachrichtenagentur Ilna Chatami bei einem Treffen mit Universitätsprofessoren am Sonntag.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 14 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Wahl sei die Möglichkeit gewesen, die Jugend und Unzufriedene zurückzugewinnen. "Wir sind gegen die Interpretation der Religion durch die, die im Namen des Kampfes gegen den westlichen Liberalismus die Menschen mit Gewalt auf den Pfad zurückführen wollen, den sie unter dem Einsatz faschistischer und totalitärer Methoden als erfolgreich ansehen", zitierte Ilna Chatami weiter.

Chatami, selbst von 1997 bis 2005 Präsident, hatte bei der Wahl im Juni den unterlegenen Kandidaten Mirhossein Mussawi unterstützt. Beide werfen dem amtierenden Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad Wahlmanipulation vor. Die Revolutionsgarden fordern, dass Chatami und Mussawi wegen der Massenproteste nach der Wahl der Prozess gemacht wird.

Eine religiöse Feier in der kommenden Woche, bei der Chatami eine Rede halten sollte und die eine Versammlung von Regierungsgegnern hätte werden können, wurde derweil am Wochenende abgesagt. Medienberichten zufolge wurde Druck auf die Veranstalter der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung für den Imam Ali ausgeübt. (Reuters)