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Chill-out in der Wachstube

Von Francesco Campagner

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Wiederholungen sind das Salz in der Fernsehsuppe. Früher, in jener fernen Zeit, als man sich freiwillig Sendungen wie "Wer bastelt mit" oder "Guten Abend am Samstag mit Heinz Conrads" ansah und es problemlos ohne Schlafentzug bis zum Sendeschluss samt Bundeshymne und wehender rot-weiß-roter Fahne schaffte, da war man auf Wiederholungen nicht gut zu sprechen. Denn damals konnte man sicher sein, auch die langweiligste oder merkwürdigste Sendung gesehen zu haben. Im Jahr 2002 ist alles anders. Programm wird rund um die Uhr angeboten, und im Überfluss versäumt auch der willigste Fernseh-Junkie hie und da Sehenswertes. Etwa die Reihe mit Michael Palin, der sich auf die Schauplätze der Bücher von Ernest Hemingway begab, oder "Black Adder", die historische Zeitreise mit Rowan Atkinson.

Hie und da ist auch der ORF willig und erbarmt sich des Sehers, indem er mit einigen Jahren Verspätung solche TV-Perlen wiederholt bzw. erstmals ausstrahlt. Derzeit ist das letzte erfolgreiche Serienwerk des ehemaligen "Mr. Bean" zur späten Stunde (0.30 Uhr) in ORF 2 zu sehen. "Inspektor Fowler" ist auch schon mittlerweile sechs Jahre alt, hat aber nichts an Charme, Witz und Aktualität eingebüßt. Die Polizei-Wachstube als Zentrum der Eitelkeiten, Sehnsüchte und Idealismen ist geradezu das perfekte Chill-out-Programm nach einem anstrengenden Olympia-Abend. Denn bei "Inspektor Fowler" wird - heute abend übrigens zum letzten Mal - mit messerscharfem Witz auch das x-te Olympia-Blech fortgefegt.