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Chinesen mit Sisi, Wein und Wachau locken

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Immer mehr Chinesen reisen: Im vergangenen Jahr kamen mehr als eine halbe Million nach Europa, die meisten von ihnen nach Frankreich, Deutschland und Italien. Auch die heimische Tourismusbranche will von der steigenden Reisefreudigkeit profitieren und setzt vor allem auf Altbewährtes.


"Die Chinesen sind verrückt auf Sisi und Sound of Music'", erklärte kürzlich Peter Hosek, Geschäftsführer von Image Performing Arts Promotion. Die "Marke Kaiser" - Hofburg, Schönbrunn, Tiergarten Schönbrunn - werde deshalb intensiv beworben. "Diese traditionellen Dinge verbinden Chinesen am ehesten mit Österreich", heißt es von der Österreich Werbung gegenüber der "Wiener Zeitung ". Donau-Schifffahrten, Seilbahnfahrten und Eiswelten zählen ebenso dazu wie klassische Musik.

Die Österreich Werbung will die wachsende Mittelschicht in China aber auch mit "neuen" Themen erreichen: Unter dem Motto "Musikland Österreich" sollen Kultur und Unterhaltung verbunden werden und mehr Gäste nach Österreich bringen. Die Winzergenossenschaft Krems und die Incoming Agentur Pegasus etwa bieten einen "Weinpfad" im UNESCO-Kulturerbe Wachau. Auf chinesisch werden Ausflüge in die Wachau mit dem Besuch von "Wein-Erlebnis-Kellern" an geboten.

Die geschätzten 1,4 Millionen Golf-spielenden Chinesen sollen auch in Österreich auf ihre Rechnung kommen.

Airlines freuen sich über China-Reiseboom

Vom eingesetzten Reiseboom der Chinesen profitiert bereits der internationale Flugverkehr: Die Kapazitäten steigerten sich im vergangenen Jahr um 80%. Die Austrian Airlines bauten ihr Flugnetz nach China weiter aus. Aus Hongkong starten derzeit 150 Flüge in der Woche Richtung Europa. Touristiker sprechen von einem "enormen Preiskampf" - nicht nur unter den Airlines. Eine Woche Aufenthalt mit Vollpension in Europa wird um 750 Euro angeboten.

Delegationen anstelle von "normalen" Urlaubsreisen

Wehrmutstropfen beim Reiseboom sind häufig Visaprobleme. Eine Möglichkeit, dennoch ins Ausland zu kommen, bieten Delegationsvisa: Chinesische Gäste kommen laut Elisabeth Udolf-Strobl von der Sektion Tourismus im Wirtschaftsministerium meist im Rahmen so genannter "Delegationsreisen" gemäß dem für Schengen-Staaten vereinbarten ADS-Status (Approved Delegation Status). Zwei Drittel dieser Gruppen geben keinen touristischen Reisezweck an. In Österreich gibt es 91 Partnerbüros, die dem ADS-System angeschlossen sind. Viele chinesische Reisegruppen beantragen Visa in Schengen-Ländern, die die einfachste Einreise für den jeweiligen Aufenthalt bieten. Chinesische Gäste halten sich laut den Partnerbüros aber in den seltensten Fällen an jene Route, die sie für das Visum angegeben haben.