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Chips essen - für die Arterhaltung

Von Judith Belfkih

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Die Evolution ist schuld. An eigentlich allem. Ganz besonders am abendlichen leeren Chips-Sackerl, das schon so manchem erstaunten Couch-Surfer plötzlich auf dem Schoß gelegen sein soll. Der Inhalt vorsorglich im Magen verstaut. Damit sie sich nicht aus dem Staub machen, die Chips.

Forscher haben nun herausgefunden, warum es so schwer ist, ein geöffnetes Sackerl nicht auf einen Sitz aufzuessen. Dass die salzigen Scheiben sonst gatschig werden, ist nicht der Grund. Der liegt im Belohnzentrum des Gehirnes, das mit der Ernährung verknüpft ist. Für Tätigkeiten, die der Selbsterhaltung dienen, muss das Belohnsystem anspringen - und schüttet Drogen aus. Dass Chips süchtiger machen als Gurkenstreifen, liegt - neben dem Geschmack - auch an ihrer Zusammensetzung: 35 Prozent Fett und 45 Prozent Kohlenhydrate sind das ideale Mischverhältnis für ein Säugerhirn. Um das Überleben zu sichern, versteht sich. Die Chips sind nicht alleine in dieser Gruppe, belegt die abendliche Empirie. Die Wissenschaft bestätigt: Schokolade oder Nuss-Nugat-Creme passen genauso gut ins Schema. Evolutionär gesehen ideale Nahrung. Dass wir heute ausreichend davon zur Verfügung haben, um die eine oder andere Gelegenheit auszulassen, interessiert das Gehirn nicht. Schließlich geht es um die Arterhaltung. Der Rat der Forscher: Nicht das ganze Sackerl mit zum Sofa nehmen, nur ein kleines Schüsserl. Die müssen aber auch nicht die laut schreienden Chips ertragen, die dann den ganzen Abend aus der Küche um Hilfe rufen.