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Christliche Kirchen beten um Einheit

Von Von Heiner Boberski

Politik

Ökumenische Grußadresse zur EU- Ratspräsidentschaft. | Kirchen für "faire Zugangsregelungen" für Asylwerber. | Wien. Nicht um Abschottung und "eine immer bessere Abschiebepraxis", sondern um faire Zugangsregelungen für Asylwerber und Migranten" und die Umsetzung eines gemeinsamen Menschenrechtes sollte sich die Europäische Union bemühen, forderte der neue Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der lutherische Bischof Herwig Sturm, am Montag in einer Pressekonferenz in Wien. Sturm präsentierte die bereits zuvor Außenministerin Ursula Plassnik überreichte Grußadresse des ÖRKÖ anlässlich der EU-Präsidentschaft Österreichs.


Darin wird die EU als "einmaliges Friedensprojekt" gewürdigt. Die Kirchen wollen zur Gestaltung dieses Lebensraumes beitragen und unterstützen die Arbeit am EU-Verfassungsvertrag, der den Dialog mit den Kirchen vorsieht. Dieser Punkt werde, so Sturm, von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso de facto bereits wahrgenommen. Die Kirchen treten dafür ein, "die religiöse, geistige und kulturelle Vielfalt Europas zu pflegen, für den Schutz der Schwachen und der Würde aller Menschen einzutreten und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung zu fördern". Der ÖRKÖ spiegle mit seinen 14 Mitgliedskirchen die christliche Welt im Kleinen wider.

Gottfried Auer, stellvertretender ÖRKÖ-Vorsitzender und Ordinariatskanzler der römisch-katholischen Diözese St. Pölten, wies auf den Tag des Judentums hin, den die christlichen Kirchen seit dem Jahr 2000 begehen. Dabei dürfe das Belastende in den Beziehungen zum Judentum "nicht unter den Teppich gekehrt werden". Das Judentum sei aber für die christlichen Kirchen "die Wurzel", darum wurde der Tag des Judentums, zu dem heute, Dienstag, 17. Jänner, ökumenische Gottesdienste stattfinden - in Wien um 19 Uhr in der römisch-katholischen Pfarre Am Tabor im zweiten Bezirk -, vor die traditionelle "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" gelegt.

Pfarrer Nicolae Dura, ebenfalls ÖRKÖ-Vizevorsitzender und rumänisch-orthodoxer Bischofsvikar, freut sich, dass der große ökumenische Gottesdienst zu dieser Gebetwoche heuer - Sonntag, 22. Jänner, 16 Uhr - erstmals in der neuen rumänisch-orthodoxen Kirche in Wien-Simmering stattfindet. Die Predigt wird der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl halten. 2007 ist das rumänische Sibiu nach Basel (1989) und Graz (1997) Schauplatz der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung.