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Clownbranche in Kalamitäten

Von Christina Böck

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Es geht echt nichts über eine gut und schnell funktionierende Lobby. Zum Beispiel die der mexikanischen Clowns. Die musste sich jetzt flugs zur Rettung des unschuldigen Clown-Images formieren. Der Grund dafür klingt wie aus einem mittelprächtigen Fernsehfilm, ist aber leider tatsächlich so passiert. Ende der vergangenen Woche wurde nämlich ein mexikanischer Drogenboss bei einem Kinderfest ermordet - und zwar von jemandem im Clownkostüm. Nun haben die Clownvertreter beteuert, dass keine Spaßmacher an dieser Tat beteiligt waren. Die armen anwesenden Kinder werden aber möglicherweise trotzdem Clowns ab jetzt mit anderen Augen sehen - da werden ein paar eilig gedrechselte Ballonhunde nicht viel helfen.

Das Rätsel um einen weiteren Clown ist übrigens auch nach wie vor nicht gelüftet: das um den Clown von Northampton. Der tauchte vor einigen Wochen auf Facebook auf. Auf der Seite "Spot Northampton’s Clown" sollte man sich melden, wenn man den Mann mit dem eigenwilligen Make-up und dem roten Haarkranz gesehen hat. Der sah sich mit einem Missverständnis konfrontiert: Denn obwohl er die Menschen doch erfreuen wollte (Clown!), gruselten sich doch die meisten vor ihm. Eventuell hätte er sich dann nicht gerade das Kostüm aussuchen sollen, das auch der mörderische Clown in Stephen Kings Horrorbuch/Film "Es" trägt. Andererseits, welche Alternativen hat man denn als Clown? Als Pierrot kann er noch gehen. Aber er will ja lustig aussehen. Nicht lächerlich.

Wenn das jetzt nur nicht die Pierrot-Lobby liest.