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Continental verteidigt sich gegen Schaeffler

Von WZ Online

Wirtschaft
Bei Continental geht es heiß her. Die Strategie gegen Schaeffler steht anscheinend fest.

Fondsgesellschaft DWS unterstützt Conti-Vorstand | Der deutsche Autozulieferer Continental rüstet sich für den Abwehrkampf gegen eine mögliche Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe. Neben Goldman Sachs soll nun auch die Investmentbank JP Morgan die Verteidigungsstrategie von Conti vorantreiben. Auch Europas größte Fondsgesellschaft DWS hat Bedenken.


Conti lehnt das Übernahmeangebot ab. Der DAX-Konzern aus Hannover hat zur Bedingung von Verhandlungen mit Schaffler einen deutlich höheren Preis oder eine Begrenzung der Beteiligung auf 20 Prozent genannt. Zugleich arbeitet Conti an einer Abwehr der Übernahme. Als eine Option dabei gilt ein weißer Ritter, ein freundlich gesonnener Großinvestor, der bei der Conti einsteigt.

Am Samstag meldete sich Europas größte Fondsgesellschaft DWS zu Wort. "Wir sehen die Übernahme bedenklich. Die Kontrolle durch Schaeffler kann erhebliche Nachteile für die übrigen Conti-Aktionäre bringen", sagte DWS-Fondsmanager Henning Gebhardt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Schaeffler hüllte sich weiter in Schweigen. Ein Sprecher des Familienkonzerns sagte am Freitag, die Unternehmensführung wolle sich vorerst nicht zur weiteren Strategie äußern. Auch zur Frage, ob Schaeffler sein Angebot von 70,12 Euro pro Aktie nachbessern wolle, lehnte der Sprecher eine Stellungnahme ab. Schaeffler will mehr als 30 Prozent der Conti-Anteile übernehmen.

Nach einem unbestätigten Bericht des Handelsblatts ist Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer in Gesprächen mit mehreren Industrieunternehmen. Um einem solchen Partner den Einstieg zu erleichtern, könnte er auf eine von der Hauptversammlung bereits genehmigte Kapitalerhöhung zurückgreifen. Zudem habe ein wichtiger institutioneller Conti-Anleger erklärt, er könne sich vorstellen, bei einem Schaeffler-Angebot von mehr als 80 Euro auf das Offert einzugehen.

Das Schaeffler-Offert von 70,12 Euro pro Aktie ist aus Sicht von Conti viel zu niedrig. Direkt und über sogenannte Swap-Geschäfte - Tauschgeschäfte - hat die Schaeffler-Gruppe aber bereits Zugriff auf ein Aktienpaket von rund 36 Prozent - falls die an dem Deal beteiligten Banken bis zum Ende mitspielen. Bei den Swap-Geschäften geht es um einen Anteil von 28 Prozent.

Conti wirft Schaeffler vor, sich mit rechtswidrigen Mitteln angeschlichen und dabei Meldepflichten umgangen zu haben. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe. "Das kann noch einige Zeit in Anspruch nehmen", sagte eine Sprecherin am Freitag.

Unterdessen warf die Opposition im niedersächsischen Landtag der Landesregierung angesichts der möglichen Übernahme von Conti mangelndes Engagement vor. Der Grünen-Abgeordnete Enno Hagenah sagte, die Landesregierung könne über ihre Position als zweitgrößter VW-Aktionär Druck auf die Unternehmen machen, um einen langen Machtkampf bei Conti zu verhindern.

Dagegen sagte Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Werren, die Landesregierung setze auf "Überzeugungsarbeit". Sie stehe in Kontakt mit den Spitzen von Conti und Schaeffler. Ziele seien eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze bei einer eigenständigen und börsennotierten Conti, die nicht zerschlagen werde, mit Sitz in Hannover. Die Landesregierung habe "zur Kenntnis genommen", dass eine Zusammenarbeit der beiden Unternehmen grundsätzlich sinnvoll sein könne. (APA)

Siehe auchSchaeffler hat das Geld für Continental beisammen