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Corona dominierte den Wahlkampf

Von Sonja Gerstl

Politik

ÖVP und SPÖ standen im Fokus des öffentlichen Diskurses, Grüne und Neos wurden weniger wahrgenommen.


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Das Rennen um Stimmen ist noch nicht zu Ende, die Wahl noch nicht geschlagen, trotzdem steht bereits jetzt schon fest, dass Corona, subsumiert unter "Gesundheit", den Wiener Wahlkampf dominierte. Erst dahinter folgen mit einigem Abstand auf den Plätzen zwei und drei, die Themenkomplexe "Migration" und "Ibiza", knapp gefolgt vom "Wirtschaft" auf Rang vier.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF). Analysiert wurde die Gesamtkommunikation zu den Wiener Wahlen, also sowohl die Berichterstattung in den klassischen Medien als auch der Output, den die Wahlauseinandersetzungen im Social-Media-Bereich, Facebook und Twitter, brachten.

Was dabei laut Axel Maireder, Chef des IMWF Austria, am meisten überraschte: Die klassischen Kernthemen bisheriger Wiener Wahlkämpfe wie Bildung, Wohnen und Soziales, spielten keine besondere Rolle. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekamen zwar die Bereiche Klima, Sicherheit und Verkehr, in Summe gesehen blieben allerdings auch sie weit hinter den Erwartungen.

Aufreger Strache

Was die Erwähnungen im Wahlkampf betrifft, führt die ÖVP knapp vor der SPÖ. Dies sei laut Maireder darauf zurückzuführen, dass vor allem der ÖVP-Spitzenkandidat, Finanzminister Gernot Blümel für viel Diskussionsstoff sorgte, die SPÖ hingegen, nicht zuletzt auch in Ermangelung eines Gegners, der ihr im Kampf um Platz eins gefährlich werden könnte, einen vergleichsweise gemächlichen Wahlkampf absolvierte. Trotz der Debatte um seine Person musste sich Blümel im Ranking der am häufigsten diskutierten Spitzenkandidaten mit dem zweiten Stockerlplatz zufriedengeben.

Mit über 33 Prozent aller Beiträge zum Wahlgeschehen zog Heinz-Christian Strache einmal mehr die Aufmerksamkeit auf sich. Sein "Comeback" in der Politik, Ibiza und die Diskussion um seinen Hauptwohnsitz waren dafür ausschlaggebend. Vergleichsweise wenig präsent waren in der öffentlichen Auseinandersetzung FPÖ, Neos und überraschenderweise auch die grüne Stadtregierungspartei. Bei den Grünen sei ausschlaggebend gewesen, dass diese zwar auf ihre Kernthemen Klima und Verkehr fokussiert waren, diese selbst aber im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle spielten. Mit neun Prozent Nennung beim Thema "Corona" rangierten die Grünen sogar noch hinter der FPÖ auf Rang vier.