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Da capo einer Wiederholung

Von Francesco Campagner

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Fernsehen ist Wiederholung. "Hie und da hat man als Fernseh-Zuseher ein Déjà-vu-Erlebnis", habe ich an dieser Stelle vor zwei Wochen leichtherzig formuliert - und der ORF hat mich erhört. Denn tatsächlich passierte am Sonntagabend etwas Ungewöhnliches: statt einer aktuellen Folge von Thaddäus Podgorskis Sendung "Déjà-vu", wurde eine aus dem vergangenen Jahr ausgestrahlt. Dabei haben die Trailers, mit denen der ORF uns Seher tagtäglich auf die großen Ereignisse in der Flimmerkiste vorbereitet, immer wieder den Olympia-Gold-Sprung von Karl Schnabl und den Stargast Harald Krassnitzer angekündigt. Sogar noch ein paar Minuten vor dem dann stattgefundenen "Déjà-vu".

War es Absicht, Sommerhitze, ein Computerfehler oder doch die Macht des Chaos? Wer wird dies jemals erfahren? Indirekt wurde den Zusehern der Lapsus mitgeteilt. Gegen Ende der Sendung wurde die Ausstrahlung der geplanten Folge für 19. August mit einer Laufschrift mitgeteilt. Keine Programmansagerin fühlte sich verpflichtet, die Seher zu informieren - stattdessen Werbung und danach eine Kurz-ZiB. Schade. Wer mehr erfahren wollte, wurde am Montag von "Radio Wien" vorbildlich informiert. Dort berichtete man über den Fauxpas und holte sogar ein Statement von dem gerade auf Urlaub befindlichen Podgorski ein. Ein Kompliment an den Radiosender. Die TV-Mannschaft, die am Sonntag den Kopf schnell in den Sand steckte, sollte lieber andere Verhaltensweisen üben, schließlich können Déjà-vu's öfter passieren.