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Da hat einer das H-Wort gesagt

Von Bernhard Baumgartner

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Atemlosigkeit in den Societyredaktionen dieser Welt! Alleine die Worte "Albert" und "Charlene" sorgen für hektische Hyperventilation - und da hat noch keiner was von "Hochzeit" geschweige denn "Traumhochzeit" gesagt (hatten wir so was nicht gerade?). So wie alle Boulevard-TV-Stationen der Welt kann daran natürlich auch der ORF nicht vorbei und verkündete, dass "Adelsexpertin Lisbeth Bischoff seit Tagen ohne Pause recherchiert". Na das wird ja dann ein ausgeschlafener Live-Kommentar bei der Fernsehübertragung am Samstagnachmittag werden.

Aber ohne Nachfrage kein Angebot, daher stellt sich die Frage: Was bewegt so viele Menschen, sich stundenlang die Live-Übertragung einer Hochzeit anzusehen, bei der Menschen verehelicht werden, die man weder persönlich kennt noch einem nahestehen? Ist es das Warten auf den Skandal, die Panne, dass die Braut vielleicht doch nicht "Ja" sagt (oder gar nicht erst erscheint, wie manche Medien mutmaßten). Ist es das Gefühl, dabei sein zu können, sich ein bisschen zugehörig fühlen, zu dem Kreis der vermeintlich Begüterten und Erlauchten? Ist es der Charme von den Märchengeschichten früherer Jahre, die hier für einen Tag ein wenig wahrer werden?

Wie auch immer, es sei vergönnt. So viele adelige Hochzeiten gibt es mangels Beliebtheit dieser Staatsform heute ohnehin nicht mehr. Obwohl für die Medien eine Monarchie wohl die lukrativste ist.