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Dampf abgelassen?

Von Peter Bochskanl

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Anfangs war "im Zentrum" an diesem Sonntag eher eine Deponie sattsam bekannter Polit-Sprüche, die nur die Tristesse der verfahrenen Asyl-Debatte offenbarten. Der burgenländische Landeshauptmann wollte sein Wahlkampf-Pulver ins Trockene bringen, die Innenministerin faktenbeschlagene Standfestigkeit zeigen, der eingeblendete Eberauer Bürgermeister seinen Gesinnungswandel mit der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses legitimieren. Aber diesmal erfüllte die Sendung wenigstens eine Ventilfunktion. Denn in der Schlussphase wurden die Breitseiten des Landeshauptmanns schmäler und auch der anfänglich eher aggressive FPÖ-Vertreter legte seinen verbalen Bihänder ein wenig zur Seite.


Der Sprecher der Diakonie schien Erfolg zu haben mit seiner Mahnung, statt gegenseitiger Schuldzuweisungen gemeinsam Lösungen zu suchen. Jedenfalls nahmen alle die zahlengespickten Informationen der Innenministerin über die Entspannung der Asyl-Situation fast widerspruchsfrei zu Kenntnis, zeigte sich die Ressortchefin in Sachen Aufnahmezentrum flexibel und stellte sich außerdem heraus, dass über die von ihr geforderte Anwesenheitspflicht während der Erstaufnahme ohnehin zwischen den Koalitionspartnern verhandelt wird.

So besteht zumindest eine vage Hoffnung, dass nach der Burgenlandwahl endlich lösungsorientiert diskutiert wird. Wobei sich die Anstrengungen nicht in der nun vielfach angepeilten Spaltung des Innenressorts in ein Sicherheits- und ein Integrationsministerium erschöpfen sollten. Denn ein organisatorisches Feigenblatt ohne ehrlichen Lösungswillen aller wäre paradoxerweise eine entlarvende und gefährliche Blöße.