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Dann kauf’ ich halt keine Festplatte

Von Ina Weber

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Ina Weber.

In Zeiten des Internets scheint alles egal zu sein. Die neuesten Hits, die aktuellsten Filme, Bestseller, Kunstwerke, Berichte, Fotos, alles gratis. Und dem Urheber muss man ja ohnehin nicht ins Gesicht schauen. In Sachen Festplattenabgabe sind sich Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer ungewohnt einig. Denn beide sind dagegen - zum Wohle des Konsumenten. Als ob der Konsument, nur weil das Speichermedium ein paar Euro mehr kostet, dann halt keine Festplatte mehr kaufen würde. Auch wenn der Strom teurer wird, das Brot, der Benzin, die Autos, die ÖBB-Jahreskarte - weg damit, ich komm’ auch ohne zurecht. Der Konsument muss vieles hinnehmen. Dass die Gerätelobby unter einer Festplattenabgabe leiden müsse, wie die WKÖ argumentiert, weil die Menschen dann keine Computer mehr kaufen, ist damit hinfällig. Dass der Wirtschaftsstandort Österreich eine solche Abgabe nicht überleben würde, damit wohl auch. Denn jeder leistet sich Speichermedien, egal wie viel sie kosten.

Wem die Festplattenabgabe überhaupt zusteht, wird dabei höflichst ausgelassen. Es geht um Kreative, die darauf vertrauen müssen, dass, wann immer ihr geistiges Eigentum verwendet wird, ihnen ein gerechter Ausgleich zukommt. Diese Aufgabe haben die Verwertungsgesellschaften übernommen - per Gesetz, seit 1936. Nur weil sich Zeiten ändern und neue Technologien geschaffen werden, heißt das nicht, dass geltendes Recht obsolet wird. Heute wird auf Festplatte gespeichert und nicht mehr auf Kassette. Das müsste eigentlich jedem klar sein.