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"Dann würde Strache nicht einmal mehr sein Goldfisch wählen"

Von Matthias Nagl

Politik

Der ausgeschlossene FPÖ-Klubobmann Karl Schnell pocht auf Unterstützung von drei Viertel der Salzburger FPÖ.


"Wiener Zeitung": Herr Klubobmann Schnell, die Querelen in der Salzburger FPÖ haben sich in den vergangenen Monaten aufgeschaukelt. Sind dabei auch auf Ihrer Seite Fehler passiert?

Karl Schnell: Nein. Landesobmann Rupert Doppler und ich haben völlig korrekt gehandelt. Wir haben das in die Hand genommen und es gab nach unseren Beschlüssen kein Problem mehr. Jetzt leitet Andreas Schöppl eine Partei, die aus jenen Leuten besteht, die ihn im Jänner selbst geputscht haben. Da frage ich mich: War das ein Theater, das uns vorgespielt wurde, um dem Plan von Heinz-Christian Strache in die Hände zu spielen? Ich würde mich jedenfalls nie mehr mit Strache zusammensetzen. Schade, dass ich den Menschen kein Video zeigen kann, wie er sich vergangene Woche bei der Sitzung der Landesparteileitung aufgeführt hat. Dann würde Strache nämlich nicht einmal mehr sein eigener Goldfisch wählen.

Sie planen eine Partei mit dem Namen "Freiheitliche Partei Salzburg" zu gründen. Erwarten Sie rechtliche Schwierigkeiten, wenn zwei Gruppen den Anspruch auf den Namen "Freiheitlich" erheben?

Das ist eine Schwierigkeit. Bis vergangene Woche hatten wir eine eigenständige Landesgruppe. Strache hat die Partei in Geiselhaft genommen, er erkennt keine demokratischen Mehrheiten an. Wir sind alle Freiheitliche und wollen Freiheitliche bleiben. Wir wollen das FPÖ-Statut behalten. Um die Partei zu schützen, müssen wir aber einen Passus gegen diktatorische Maßnahmen hineingeben. Die Neugründung müssen wir jetzt rechtlich hinbekommen. Drei Viertel der Partei stehen jedenfalls hinter der Landesgruppe.

Man bekommt den Eindruck, dass es sich bei dem Konflikt auch um regionale Zwistigkeiten handelt. Die nördlichen Bezirke scheinen hinter HC Strache zu stehen, die südlichen Gebirgsgaue hinter Ihnen.

Nein, das stimmt nicht ganz. Einzig in der Stadt haben wir nur mehr die Unterstützung von circa einem Viertel. Alle anderen Bezirke stehen auf unserer Seite, auch im Flachgau unterstützt uns mehr als die Hälfte. Ich habe nie einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf geführt und habe mit Abstand die meisten freiheitlichen Vorzugsstimmen in Salzburg. Strache soll schauen, dass er in seinem Bezirk Vorzugsstimmen-Kaiser wird.