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Darf's a bisserl . . .

Von István Orbán

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Wer und was ist schön? wurden wir am Montag von "Moment · Leben heute" in Österreich 1 gefragt. Wie definieren wir · im Unterschied zum Fernsehen, wo alle und alles, rein oberflächlich betrachtet,

rund um die Uhr immer schön sind · Schönheit im wirklichen Leben? Oder besser, wer definiert für uns Schönheit? Maria Lassnig definierte nicht, sondern malte den für sie traurigen Begriff

"Zeitschönheit". Eine Ungenannte zitierte Elfriede Jelineks böses Wort "Geht der Körper, dann geht auch die Frau". Eine Kabarettistin erkannte ein evolutionäres Problem: "Zuletzt", meinte sie, "sind

wir klug, wenn wir kleine Mädchen sind. Dann entdecken wir die Jungs und werden genauso blöd wie sie." Deren Schönheit wurde dann nach apollinisch, herkulisch und feminin auseinandertypisiert (die

intermediären wurden irgendwie vergessen). Und der Weisheit Unschluss? "Schönheit ist zwar ungleich verteilt, aber käuflich erwerbbar." "Darf's a bisserl mehr sein gnä' Frau, der Herr . . ."

Davor, in der "Literatur-Miniatur", gab Adi Hirschal eine Kostprobe seiner (musikunterlegten und auch gesungenen) Interpretation von Villon-Balladen in der H. C. Artmannschen Nachdichtung. · Davon

darf's für mich a bisserl weniger . . . Denn ich musste ständig an die Einspielung mit Helmut Qualtinger und Fatty George denken.

Apropos Einspielung: In "Treffunkt Kultur" wurde auch eine neue solche der "Dreigroschenoper" vorgestellt · unter der Leitung und mit Heinz Karl Gruber, mit Timna Brauer, Max Raabe und Nina Hagen.

Davon darf's für mich · und ich empfehle es gerne weiter · viel mehr sein . . .