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Das "Abendjournal" auf der schwierigen Suche nach Antworten

Von Hans-Paul Nosko

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Viel Handfestes war ihm nicht zu entlocken, als er im montäglichen Ö1-"Abendjournal" zu seiner politischen Verortung und zu seinen Plänen als EU-Mandatar befragt wurde: Hans Peter Martin besetzte altbekannte Themen und blieb sonst eher im Ungefähren. Er sei nicht gegen die EU, sondern deren Kritiker, Brüssel brauche Druck wegen des Spesenrittertums, und er selbst liege politisch in der Mitte.

Konkreter wurde HPM, als es um neue Mitgliedsländer ging. Er sprach sich gegen Beitritte der Türkei und Kroatiens aus und lehnt auch dem Vertrag von Lissabon ab. Worin er sich nun von der FPÖ unterscheide, die ja ebenfalls gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei sei, wollte Astrid Plank wissen - immer bemüht, Martins Position einzugrenzen und dessen verbale Ausflüge in themenferne Bereiche abzukürzen. Martin leitete mit einer, wie er sagte, prägenden Geschichte aus seiner Schulzeit ein, als ein Lehrer von "nur zwei Millionen ermordeten Juden" gesprochen habe; das EU-Wahlplakat der Freiheitlichen finde er "widerlich".

Nochmals hakte die Interviewerin nach: Ob er nur von der Berichterstattung der "Kronenzeitung" über ihn lebe, deren Kampagne sich entlang der FPÖ-Linie bewege? Er schreibe dort, sagte Martin, weil andere Tageszeitung über seine Kandidatur kein Wort verloren hätten. (Warum eigentlich?)

Den "glühenden Europäer" in ihm erkenne man daran, dass er für eine "kühne europäische Demokratie" kämpfe. Ob das als Unterscheidungsmerkmal von anderen Parteien reicht, werden wir bei der Europawahl am siebenten Juni wissen.