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Das allerbeste Siemens-Land

Von Helmut Ditè

Wirtschaft

Wie der Gesamtkonzern hat auch Siemens Österreich ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Und wie noch dazu: Die Österreich-Gruppe, die beim Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) ein Plus von 25% auf 439,2 Mill. Euro (6,04 Mrd. Schilling) erreichte, ist dafür als erfolgreichste Landesgesellschaft des Konzerns ausgezeichnet worden, berichtete Vorstandsvorsitzender Albert Hochleitner nicht ganz ohne Stolz am Dienstag vor Journalisten in Wien.


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Nach dem "äußerst erfolgreichen" abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 (Ende September) soll es 2001 mit "ähnlichen Zuwächsen" weitergehen. "Wir sind eine living company, haben uns durch Neugründungen und Beteiligungen völlig neu positioniert und werden immer mehr zu einem flexiblen Netztwerk", resumiert Hochleitner und formuliet die Philosohie: "Durch Innovationskraft und Geschwindigkeit kombiniert mit der soliden Basis unserer Kernkompetenzen die Qualitäten von alter und neuer Wirtschaft auf einzigartige Weise vereinen". Motoren des Erfolgs waren zuletzt die Kommunikationstechnologien, der Energiebereich sowie die Gebäude- und Verkehrstechnik.

Stichworte schnell und umwälzend: Trotz der Ausgliederung von insgesamt rund 7 Mrd Schilling Umsatz - vor allem EPCOS und EH-Schrack - ging der Gruppenumsatz nur um 3,7% auf 3,6 Mrd. Euro (knapp unter 50 Mrd. Schilling) zurück, der Auftragseingang stieg sogar um 2,2% auf 4,311 Mrd. Euro (mehr als 59 Mrd. Schilling - "in Schilling ist das halt doch immer noch ein wenig anschaulicher", so Hochleitner).

Die Mitarbeiterzahl in der Siemens Gruppe Österreich (AG plus Tochter- und Beteilungsgesellschaften) sank auf Grund der Ausgliederungen um knapp 8% auf 17.667 Beschäftigte. Die Siemens AG steigerte trotz Ausgliederung der beiden Einheiten SBT (Gebäudetechnik) und MWW (Metallbearbeitung) mit Geschäftsvolumina von zusammen 2,7 Mrd. Schilling in der Gruppe den Umsatz um 4,4% auf 2,3 Mrd. Euro, der Auftragseingang wuchs hier um 6,6% auf knapp 3 Mrd. Euro. Das EGT erhöhte sich um 20% auf 340,5 Mill. Euro.

Im Bereich E-Business, wo zuletzt zahlreiche Beteiligungen erworben wurden, will Siemens weiter stark wachsen. "Wir überlegen auch die Auflegung eines Venture Fonds", betonte Hochleitner, Details stünden aber noch nicht fest. Bei gutem Börseklima soll redstars.com, an der Siemens 27% hält, 2001 an die Börse gebracht werden, kündigte Finanzvorstand Alfred Ötsch an.

Bei der derzeit laufenden Auftragsvergabe für den Aufbau der Mobilfunknetze für die neue Handygeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) verspürt Hochleitner "Rückenwind" für Siemens und bleibt dabei: "Wir wollen zumindest zwei der Netze in Österreich bauen" - wobei bei den bestehenden Mobilfunkbetreibern ein Auftragswert von 8 Mrd. Schilling pro Netz und bei Neueinsteigern (Telefonica und Hutchison) von 12 bis 15 Mrd. Schilling gerechnet wird.