Zum Hauptinhalt springen

Das Bündnis der AUA mit der Swissair bröckelt

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Das langjährige Bündnis zwischen der Swissair und der Austrian Airlines scheint in die Brüche zu gehen. Die Österreicher werden sich Ende September aus dem Verbund verabschieden, berichtete der | Zürcher "Tagesanzeiger" am Freitag.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die AUA "überprüft derzeit alle Optionen für Allianzen profund und genau", sagte AUA-Sprecher Hannes Davoras dazu. Und, ausdrücklich: "Das betrifft auch die bestehenden Beziehungen". Eine

Entscheidung solle im Herbst, spätestens aber bis Ende des Jahres fallen.

Schon seit Wochen, seit der US-Carrier Delta · derzeitiger amerikanischer Partner der europäischen "Qualiflyer Group" mit AUA, Swissair, Sabena, Lauda Air und anderen · eine weitreichende

Zusammenarbeit mit Air France einging, war in der Schweiz über eine notwendige Neuorientierung der Swissair spekuliert worden. Die Qualiflyer-Gruppe weise einfach nicht genügend Masse auf, sagten

Branchenanalysten und munkelten, daß British Airways als nächsten Partner Swissair ins Auge gefaßt habe und die Schweizer Airline in die Oneworld-Allianz holen möchte. Der große Druck auf die Margen

in Europa und Nordamerika sowie die Nichtmitgliedschaft der Schweiz in der EU werde Swissair dazu bezwingen, sich einer globalen Airline-Allianz anzuschließen, meinten Analysten. Und auch mit dem

Flughafen Zürich-Kloten gibt es immer wieder Sorgen, man bezweifelt, dass der "Hub" Zürich langfristig mit den großen europäischen Flugverkehrsdrehscheiben konkurrieren kann.

Seit längerem werden aus der Schweiz auch Unsicherheiten über die künftige Haltung der AUA kolportiert. Die SAirGroup hält 10% an der AUA, für ihre Verhältnisse ist dies eine kleine Beteiligung mit

begrenzten Einflußmöglichkeiten.

Bei der "Prüfung der Allianzen" würden "die Beibehaltung der Eigenständigkeit, der Ausbau der Drehscheibe Wien und die Marktpositionierung der AUA-Gruppe" besonders zu berücksichtigen sein, betonte

der AUA-Sprecher am Freitag. Für die Schweizer Branchenkenner scheint klar: Die AUA, zunehmend irritiert über die Swissair-Pläne in Osteuropa · wo die Schweizer an der polnischen LOT und der

ungarischen Malev Interesse zeigen und den Österreichern zunehmend Konkurrenz machen · wird bei Swissair abspringen und sich dem neuen Verbund zwischen Air France und Delta anschließen. Das, so

meinen manche, würde ihre Wettbewerbsposition stärken und ihre Eigenständigkeit besser bewahren.