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Das Datensammeln kennt kaum Hürden

Von Stefan Meisterle

Wirtschaft
Personenbezogene Daten sind heutzutage leicht zu organisieren.
© bilderbox.at

Unternehmen und Einrichtungen zapfen mehrere Quellen an.


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Wien. Vorname, Familienname, Geburtsdatum: Mehr bedarf es gar nicht, um beim Zentralen Melderegister gezielte Auskünfte zu erhalten. Weil personenbezogene Daten für viele Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen unverzichtbar sind, werden auch in privater Hand umfangreiche Datenbestände aufgebaut. Als Grundlage für den Sammlertrieb dient das Datenschutzgesetz. Das untersagt grundsätzlich zwar die Übermittlung von behördlichen oder privaten Daten an Dritte - anerkennt jedoch mehrere Ausnahmen, darunter "überwiegende berechtigte Interessen des Auftraggebers".

An derartig aufgebauten Datenbeständen mangelt es beispielsweise dem Linzer IS Inkasso Service nicht: "Wir verwenden nur Daten, die wir vom Gläubiger übergeben bekommen, also etwa Namen, Adressen, Forderungsdaten", so Christian Kren gegenüber der "Wiener Zeitung". Auf ein Abfragekonto beim Zentralen Melderegister, das Unternehmen bestellen dürfen, verzichtet man Kren zufolge bewusst. Auch weil die privat aufgebauten Datenbestände offenbar ausreichen.

Im Verzicht auf die Nutzung behördlicher Daten übt sich auch die Erzdiözese Wien, die beim Kirchenbeitrag nur auf eigene Informationen zurückgreifen will: "Die Daten der katholischen Kirche sind die Daten unserer Mitglieder: der Getauften", so Nikolaus Haselsteiner von der Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese. Dabei gilt: Einmal getauft, bleibt man dem Register auch erhalten - selbst im Falle eines Kirchenaustritts. "Die Taufe ist ein Prägemal, das man nicht los wird, deswegen werden die Daten nicht einfach gelöscht - für den Fall, dass man 20 Jahre später wieder eintritt", so Haselsteiner.

Keine Scheu vor behördlichen Daten hat das Gebühren Info Service (GIS), der Gebührendienst des ORF. Dort greift man unter Berufung auf das Meldegesetz durchaus auf das Zentrale Melderegister zurück - freilich nur in einzelnen Fällen: "Automatisiert läuft da gar nichts", lässt die GIS-Pressestelle wissen. Gespeichert wird trotzdem. Denn selbst für eine Auskunft bedarf es eben nicht viel.