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Das Eine-Welt-Stipendium

Von Emanuela Hanes

Wissen

Förderprogramm erlaubt Studenten aus Entwicklungsländern, in Österreich zu studieren. | Wien. Monika Karacsony vom Afroasiatischen Institut Wien (AAI) betreut die Stipendiaten, welche sich für das Eine-Welt-Stipendienprogramm qualifiziert haben. Hochschüler aus sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenländern haben die Möglichkeit, in Österreich Fächer zu studieren, die einen positiven Effekt in ihrem Heimatland haben können oder die in ihrem Heimatland nicht zielführend studierbar sind. Dazu gehören Geisteswissenschaften, Biowissenschaften, aber auch Kunst. Die Stipendienhöhe beträgt etwa 500 Euro und wird jeweils für ein Jahr zuerkannt, wonach das Stipendium verlängert werden kann.


Die Auswahlkriterien sind äußerst streng. So müssen Studenten in ihrem Studium bereits fortgeschritten sein oder ein Diplom besitzen. Zudem spielen Alter, Herkunftsland, Studienrichtung und entwicklungspolitisches Potential für das Heimatland eine große Rolle. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist auch der Wille zur Rückkehr in die Heimat nach Beendigung des Studiums. So soll langfristig eine Förderung von Personen erreicht werden, deren Tätigkeit sich langfristig in ihrem Land positiv auswirkt. Derzeit studieren von den 39 Stipendiaten viele an der Universität für Bodenkultur sowie an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten.

Die Betreuung umfasst Einstiegshilfen in Österreich, Beratung und auch persönlichen Kontakt während des Aufenthalts. Eine der größten Schwierigkeiten für die Eingewöhnung der Stipendiaten sind die Sprachkenntnisse und falsche Vorstellungen vom Studium in Österreich. Auch Schwierigkeiten in der Beschaffung einer Arbeitserlaubnis können den Aufenthalt beträchtlich erschweren, so Karacsony.

Viele Stipendiaten haben nach ihrer Ankunft die selben Startschwierigkeiten wie andere Migranten. Sie haben aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse wenig Kontakt zu österreichischen Kommilitonen. Sie "rutschen" nach ihrer Ankunft in Österreich wie selbstverständlich in die Communities ihrer Heimatländer.

Chinesische Studenten beispielsweise kommen über die chinesischen Läden und Restaurants sehr schnell in Kontakt mit der chinesischen Community, wo ihnen Arbeitsplätze vermittelt werden. Aus diesem Grund sei ihr größtes Problem mangelnder Kontakt mit der österreichischen Kultur und Realität, so die Betreuerin. Deshalb werden unentgeltlich studienbegleitende Bildungsmöglichkeiten angeboten, die Kontakt zu andere Stipendiaten vermitteln. Es gibt auch regelmäßige Exkursionen zu wichtigen österreichischen Kulturstätten - wie das Parlament oder das Stift Melk.

(www.aai-wien.at)