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Das Ende eines blutigen Alptraumes

Von WZ Online

Politik

8. Mai 1945 war "Grundlage und Voraussetzung für jene positive Entwicklung, die Europa in den 66 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges genommen hat". | Wien. Bundespräsident Heinz Fischer hat den 8. Mai, den 66. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, als Tag der Befreiung gewürdigt. | 8. Mai - Tag des Gedenkens


"Kein Zweifel kann darin bestehen, dass das Ende des Zweiten Weltkrieges zugleich das Ende eines blutigen Alptraumes war, das Ende der Konzentrationslager, also ein Tag der Befreiung und zugleich die Grundlage und Voraussetzung für jene positive Entwicklung, die Europa in den 66 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges genommen hat. Hitler und Stalin haben ihren Einfluss verloren und die Demokratie hat sich in Europa großräumig durchgesetzt", schreibt das Staatsoberhaupt in einer Aussendung.

Der Generation unserer Eltern und Großeltern sprach der Bundespräsident "für ihre Wiederaufbauleistung, für ihre demokratische Grundhaltung und für eine erfolgreiche Friedenspolitik ein emotional und rational in gleicher Weise gerechtfertigtes Wort des Dankes und der Anerkennung" aus.

Fischer erinnerte daran, dass er selbst am 8. Mai 1945 ein Kind in der 1. Klasse Volksschule gewesen sei und er könne sich bis heute an die unbeschreibliche Freude seiner Eltern über das Ende des blutigsten Krieges in der Geschichte der Menschheit erinnern. "Diese Freude hatte mehrfache Ursachen. Erstens war es das Ende eines Krieges, der Millionen Menschenleben gefordert und unendliches Leid gebracht hatte. Zweitens war es das Ende der Diktatur Hitlers und des verbrecherischen NS-Regimes, das mit dem Holocaust eine untilgbare Schuld auf sich geladen hatte und Drittens bedeutete das Ende des Krieges und der NS-Diktatur auch die Wiederherstellung Österreichs als selbstständiger und demokratischer Staat."

Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass die Beseitigung der Kriegsfolgen und der Wiederaufbau des zerstörten Landes unermessliche Anstrengungen erforderten. Die Sowjetunion habe als Ergebnis des von Hitler begonnenen und letztlich verlorenen Angriffskrieges ihren Einfluss bis weit nach Mitteleuropa ausdehnen können und Österreich sei bis zum Abschluss des Staatsvertrages vor 56 Jahren von den vier alliierten Mächten besetzt geblieben. Als Revanche für Verbrechen während der NS-Diktatur sei es nach Kriegsende aber auch zu zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen an Deutschen in den ehemals von der Deutschen Wehrmacht eroberten und mit aller Brutalität besetzten Gebieten gekommen.