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Das Ende kam per Volksbefragung

Von Matthias Nagl

Politik

Die Linzer beschlossen am Sonntag den Abriss der Eisenbahnbrücke.


Linz. Knapp 115 Jahre, nachdem sie als Teil des kaiserlich-königlichen Eisenbahnnetzes eröffnet wurde, kommt für die Linzer Eisenbahnbrücke das Ende in Form einer Volksbefragung. Denn die Linzer entschieden am Sonntag nicht nur über Landtag, Gemeinderat und Bürgermeister, sondern mittels Volksbefragung auch über Abriss oder Sanierung der Eisenbahnbrücke. Das Ergebnis der Abstimmung war letztendlich überraschend deutlich: 68,1 Prozent sprachen sich für einen Abriss aus, 39,1 Prozent dagegen.

Die Front in der Stadt war aber schon vor der Entscheidung klar: Die SPÖ und die Grünen befürworten einen Abriss und den Neubau. Eine überparteiliche Plattform mit Unterstützung von ÖVP, FPÖ und den Neos wollte dagegen eine Zwei-Brücken-Lösung. Für die SPÖ in Linz und Oberösterreich war dieses Ergebnis der einzige Grund zur Freude an diesem Abend. "Ich bin froh über diese Entscheidung, so bleiben Linz 40 Millionen Euro an Mehrkosten erspart", sagte Bürgermeister Klaus Luger. Die von der Plattform unterstützte Zwei-Brücken-Lösung sollte laut Befürwortern gegenüber einem Neubau mit 60 Millionen Euro zwar nicht teurer sein, doch Luger bezweifelt diese Zahlen offensichtlich.

Die Frage über die Zukunft der Eisenbahnbrücke bekam im Linzer Wahlkampf zunehmend Bedeutung. Das liegt auch daran, dass die Brücke im Alltag vieler Linzer eine wichtige Rolle spielt. Sie ist eine von nur drei Donauquerungen im Zentrum, daneben gibt es noch die Nibelungenbrücke und die Autobahn. Die Eisenbahnbrücke ist dabei die fragilste Verbindung. Regelmäßig musste die Brücke für Sanierungen gesperrt werden, schon des Öfteren war von einer bevorstehenden Komplettsperre für den Autoverkehr die Rede. Die Komplettsperre steht den Linzern nun im Zuge der Abrissarbeiten früher oder später mit Sicherheit bevor.