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Das falsche Spiel des SK Rapid

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Widerspenstige Ultras, Abmachungen mit Anrainern, fix vergebene Werbebanden, Umbauten in den VIP-Logen - was wurden vonseiten des SK Rapid (offiziell wie inoffiziell) zuletzt nicht allerhand Ausreden ventiliert, um kein Länderspiel im Allianz-Stadion ausrichten zu können. Am Ende war es dann der zu schonende Rasen, der als Hauptgrund für die endgültige Absage herhalten musste. Und damit ist die Farce hoffentlich beendet, und die netten Worte des ÖFB, wonach man für später den Dialog aufrechterhalten wolle, nichts anderes als die diplomatische Übersetzung des berühmten Götz-Zitats.

Denn die Grün-Weißen haben in der Causa um das ÖFB-Heimspiel gegen Schweden im Juni von Anfang an mit falschen Karten gespielt. So gibt es die Abmachung mit Anrainern, nur Rapid-Spiele in Hütteldorf auszutragen, nämlich gar nicht, wie Mietervertreter des benachbarten Hugo-Breitner-Hofs mit rund 3500 Bewohnern der "Wiener Zeitung" bestätigen. Um sich quasi gegen lästige Anrainer und ihrer Problemchen im Zuge des Neubaus zu immunisieren, hat der Klub damals einseitig ein solches Versprechen abgegeben - eine reine Alibiaktion finden die Vertreter. Man darf daher davon ausgehen, dass der Hauptgrund für die Absage weder im Geläuf noch in der Nachbarschaft liegt, sondern in den eigenen Reihen - Stichwort: gewaltbereite Fans, Entweihung von (vormals) St. Hanappi. (Auch der Stadtrivale Austria verhinderte 2019 schon das ÖFB-Cup-Finale in der Generali-Arena).

Leider, so ist das verzwergte Fußball-Österreich, und daran wird auch Teamchef Ralf Rangnick nichts ändern können, der seiner Elf gerne einen Hexenkessel verschafft hätte. Den kann es in den Heimspielen gegen Schweden und Belgien (Oktober) aber trotzdem geben - wenn das Team zuvor begeisternd aufspielt und die Chance auf das EM-Ticket mit Siegen wahrt. Dann kommen sicher auch mehr als 40.000 Fans - ins ungeliebte Happel-Oval.