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Das Feuerwerk der großen Budgets

Von Berhard Baumgartner

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Schon einmal was von Turku gehört? Die finnische Stadt teilt sich in kommenden Jahr den Titel Europäische Kulturhauptstadt mit der estnischen Hauptstadt Tallinn. Ob es die ferne Küstenstadt Turku damit ins Bewusstsein der breiteren Öffentlichkeit schaffen wird, ist nicht klar. Und Tallinn wird den meisten hoffentlich ohnehin etwas sagen.


Es ist schon fast ein Automatismus, aber jedesmal, wenn das Wort "Kulturhauptstadt" fällt, ist das Wort "Nachhaltigkeit" nicht weit. Das war bei Graz 2003 so und bei Linz 2009 ebenso. Beide Städte konnten im Nachhinein von ihren dutzende Millionen Euro schweren Investments kaum nachhaltig profitieren. Der Titel verleitet offenbar dazu, die Gelder feuerwerksartig mit einem Big Bang zu verpulvern, ohne sich über eine nachhaltige Investition in die Kultur einer Stadt Gedanken zu machen. Da werden je nach Budget Wahrzeichen gebaut und wieder abgetragen, Theater und Musik aus aller Welt importiert und Ausstellungen gezeigt. Danach zieht der ganze Zirkus weiter, nicht ohne gesalzene Rechnungen zu hinterlassen. Was davon bleibt, das fragt sich nicht nur der Steuerzahler zu Recht.

Einen Ausweg aus diesem Problem hat bisher kaum eine Kulturhauptstadt gefunden. Vielleicht wäre es überhaupt besser, den Titel aufgrund vorher erbrachter Leistungen zu verleihen statt ihn für große Pläne zu vergeben.