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Das ganze Jahr Weihnachten

Von Kornelia Kopf

Wirtschaft

Innsbrucker Firma beliefert Kunden in ganz Europa mit festlicher Beleuchtung.


Wien.

Rund vier Monate sind es noch bis Weihnachten, und kaum jemand denkt schon an Christbäume und Lichterketten. In den Fabriken und Lagerhallen von MK Illumination aber herrscht das ganze Jahr über Advent-Stimmung, denn hier wird zwölf Monate hindurch an Festbeleuchtung und strahlender Dekoration gearbeitet. Und die Umwelt kommt dabei nicht zu kurz: Das von Innsbruck aus gelenkte Unternehmen, das weltweit 23 Niederlassungen betreibt, hat sich ganz diesem Thema verschrieben.

So spielten etwa recycelte PET-Flaschen im Vorzeigeprojekt der vergangenen Saison die Hauptrolle: Der italienische Künstler und MK-Gesellschafter Guido Fioro fertigte aus den bunten Flaschen neue Beleuchtungsmotive für die italienische Hafenstadt Salerno. "Wir haben das Glück, dass wir etwas verkaufen, woran sich jeder erfreuen kann", sagt Firmenchef Klaus Mark. Die winterliche Dekoration erfreut aber nicht nur die Sinne - in Salerno hat sie Mark zufolge auch wesentlich dazu beigetragen, mehr Menschen in die Einkaufsstraßen zu locken: Die Zahl der Besucher wurde von 300.000 auf 3 Millionen Besucher gesteigert.

Auf der Landstraßer Hauptstraße in Wien kam eine weitere umweltfreundliche Innovation zum Einsatz: Dort besteht der Weihnachtsschmuck aus dem von MK Illumination entwickelten "Organic Materials", ein Gemisch aus Holz und Kunststoff, das zu 100 Prozent recycelbar ist. "Nachhaltigkeit bedeutet, nachwachsende Ressourcen zu verwenden und langlebige Produkte zu schaffen. Beides trifft auf dieses Material zu", betont Mark.

Auf die Idee, sich auf Weihnachtsbeleuchtung zu spezialisieren, kam Mark vor etwa 15 Jahren, als er neben seiner Abendmatura als Dekorateur arbeitete. So startete der Jungunternehmer 1996 in seiner Garage seine eigene Firma, unterstützt von Familie und Freunden. Heute strahlen die Lichter des nach eigenen Angaben europäischen Marktführers bei dekorativer und energieeffizienter Beleuchtung auch in Hannover, Kiew, Manchester und Innsbruck.

Firmenchef Klaus Mark setzt auf Nachhaltigkeit.

Verpackungen ohne Styropor

Auch bei der Verpackung denkt MK Illuminations an die Umwelt: Die Produkte, die seit 1999 im slowakischen Preov gefertigt werden, werden ohne Styropor und so raumsparend wie möglich verpackt, in schlichtem recycelten Karton. Beim Transport von größeren Produkten hat MK Illumination ebenfalls umgestellt: Der acht Meter lange Komet zum Beispiel, den die Stadt Hannover bestellt hat, wird in Einzelteile zerlegt und in Holz- statt in Plastikcontainern geliefert.

Wie umweltbewusst die Materialauswahl und die Verpackung auch sein mögen: Weihnachtsbeleuchtung verbraucht Strom und verursacht damit CO2-Emissionen. Um diese Belastung gering zu halten, setzt Mark auf LED. MK Illuminations sei die erste Firma in Österreich, die bei Weihnachtsbeleuchtung auf LED umgestellt habe. "Wir verwenden nur patentierte Low-Power-LEDs", versichert Mark. Diese würden am wenigsten Strom verbrauchen, außerdem Qualität und Langlebigkeit garantieren. "LEDs sind nicht generell umweltschonend, nur, wenn sie lange haltbar sind."

Dieser Wille zu Innovation und Nachhaltigkeit hat seinen Preis - den der Kunde laut Mark zwar bereit ist zu zahlen, der aber bei öffentlichen Auftraggebern oft ein Nachteil ist: "Die Sparpakete der letzten Jahre haben bewirkt, dass öffentliche Ausschreibungen sehr auf die Kosten ausgerichtet sind. Wenn man aber nachhaltige Produkte will, muss man die Ausschreibungen dementsprechend gestalten, sodass Umweltfreundlichkeit mehr Gewicht bekommt."

Nachhaltiger Linie trotz

höherer Kosten treu bleiben

Der nachhaltigen, dafür etwas teureren Linie will Mark auch treu bleiben, wenn das Unternehmen kurzfristig Umsatz verliert. "Mein Ansatz ist, langlebige Materialien zu verwenden", betont er. Ein Beispiel: Billige Lichterketten müssten meist nach zwei Jahren ausgetauscht werden - alle zwei Jahre muss also das entsprechende Material dafür hergestellt werden. Eine Investition in eine teurere Lichterkette, die dafür 10 Jahre hält, zahle sich daher aus.

Mark ist sich bewusst: "Es ist unsere Aufgabe, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu vermitteln, dass Langlebigkeit etwas kostet."

Das scheint der Firma bisher gut gelungen zu sein: Seit der Gründung verbuchte MK Illuminations fast jedes Jahr Umsatzsteigerungen, 2011 setzte der Betrieb 46,5 Millionen Euro um. Nur 2009 gab es eine Delle. "Das hat uns wach gerüttelt, wir haben viel in die Infrastruktur investiert. Man soll sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Für uns zählt Nachhaltigkeit", sagt Mark.

Kann sich jemand, der das ganze Jahr mit Weihnachten konfrontiert ist, überhaupt noch auf das schönste Fest des Jahres freuen? Mark lacht: "Natürlich freue ich mich wie jeder andere auch."