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Das Gerangel um Saab geht weiter

Von WZ-Korrespondent André Anwar

Wirtschaft

Die Interessenten müssen nachbessern. | Stockholm. Die Nerven der 3500 Saab-Angestellten im südschwedischen Trollhättan liegen blank. Erst am Montag waren sie aus langen Weihnachtsferien zurückgekehrt. Dienstagmittag legten sie die Arbeit nieder und demonstrierten gegen die nonchalante Behandlung durch den Mutterkonzern General Motors.


Sie werden im Ungewissen gehalten: Vor Weihnachten meldete GM, die Traditionsmarke völlig einzustellen. Dennoch verhandeln die Amerikaner mit mehreren Interessenten über einen Verkauf. "Wir arbeiten gleichzeitig mit zwei Szenarien", sagte Saab-Sprecherin Gunilla Gustavs. Nur mit dem niederländischen Sportwagenbauer Spyker werde noch ernsthaft verhandelt, hieß es zeitgleich im Radio unter Berufung auf GM-Kreise. Am Vortag hatte GM-Chef Ed Whitacre gesagt, die eingereichten Angebote hätten nicht ausgereicht. Ein Käufer müsse mindestens 320 Millionen Euro bieten.

Gerüchte um Spyker

Spyker war bereits im Dezember von GM abgewiesen worden. Der niederländische Bieter, mehrheitlich im Besitz der russischen Oligarchenfamilie Antonow, soll GM als zu unseriös gegolten haben. Der Saab-Kauf werde vor allem als Möglichkeit gesehen, an schnelles Geld der Europäischen Investitionsbank zu kommen. Aus Russland kamen zudem Berichte über Verwicklungen der Familie in Waffengeschäfte und die russische Mafia.

Spyker-Chef Victor Muller reagierte verärgert auf die Gerüchte. "Das ist idiotischer Schwachsinn, wir waren so unglaublich nah am Saabkauf." Spyker soll sein Angebot nun deutlich verbessert haben - ebenso wie der luxemburgische Finanzinvestor Genii Capital, der gemeinsam mit Formel-1-

Chef Bernie Ecclestone Interesse angemeldet hat.