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Das Geschäft mit dem Studienplatz

Von Katharina Schmidt

Wissen
Die Kontrollen beim EMS-Test sind streng, was die Studenten dann mit ihrem Studienplatz machen, konnten die Unis aber bisher nicht kontrollieren. Foto: Robert Newald

Unis stoppen Tauschhandel unter Medizin-Studenten. | Wien/Innsbruck. Sagen wir, der junge Mann heißt Klaus. Er hat den Aufnahmetest für das Medizin-Studium (EMS-Test) absolviert und einen Studienplatz ergattert. Jedoch nicht, wie gewünscht, in Wien, sondern in Innsbruck.


Die beiden Medizin-Unis führen den EMS-Test parallel durch und hatten bisher auch eine gemeinsame Reihungsliste. Die insgesamt 1170 Plätze wurden je nach Testresultat und der Quote folgend - 75 Prozent der Studienplätze sind für Österreicher reserviert, 20 für EU-Bürger, 5 für Drittstaatsangehörige - aufgeteilt. Dabei bekamen manche zwar einen Platz, aber nicht an ihrem Wunschort.

Dieses System gibt es seit Beginn der EMS-Tests 2006, seit kurzem treibt es aber seltsame Blüten: In einigen Foren boten angehende Doktoren ganz offenherzig Geld für einen Platz an ihrem Wunschort. So sollen Plätze teils um mehr als 10.000 Euro getauscht worden sein. Auch Klaus hat einen Platz in Wien bekommen, der Kollege, der statt ihm nach Innsbruck ging, verlangte dafür dem Vernehmen nach 2000 Euro.

90 Euro Test-Kosten

Damit ist nun Schluss. Die Ergebnisse der EMS-Tests - die Voranmeldung dazu hat am Dienstag begonnen - werden nun in getrennten Reihungslisten geführt. Damit ist ein Studienplatztausch - ob nun entgeltlich oder unentgeltlich - explizit ausgeschlossen. Man sei zwar nicht prinzipiell gegen die Mobilität von Studierenden, halte aber "Geschäfte mit Studienplätzen für nicht moralisch", hieß es dazu aus Innsbruck.

Eine weitere Neuerung ist sehr wohl mit Zahlungen verbunden: Wer heuer am EMS-Test teilnehmen will, muss einen Kostenbeitrag von 90 Euro leisten. Damit will man hohe Ausfallskosten - zuletzt erschienen in Wien nur etwa 70 Prozent der Angemeldeten auch - reduzieren und die Anwärter zu einer ernsthaften Studienentscheidung bringen, hieß es aus der Medizin-Uni Wien.