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Das Geschäft mit Verliebten blüht

Von Franz Steinbauer

Wirtschaft

Blumen nach wie vor an erster Stelle. | Andere Branchen wollen mitnaschen. | Kreative, originelle Geschenkideen. | Wien. Der heilige Valentin - von manchen launig als Patron des Blumenhandels tituliert - ist der Schutzheilige der Verliebten. Trotzdem sind und bleiben die Floristen und Gärtner die Hauptprofiteure des Verkaufsrummels um den heute, Dienstag, begangenen Valentinstag. Immerhin betrug in den vergangenen Jahren der Gesamtumsatz des Valentinstagsgeschäftes rund 73 Mio. Euro, wobei der Löwenanteil davon auf Blumen entfiel.


"Zum Valentinstag erzielt die Blumenbranche rund sieben Prozent ihres Jahresumsatzes", berichtet Emil Steffek, Obmann des österreichischen Blumengroßhandels von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er rechnet damit, dass sowohl zum Valentinstag als auch im Gesamtjahr 2006 die "Umsätze auf hohem Niveau stabil sein" werden. Insgesamt gibt jeder Österreicher pro Kopf im Jahr rund 105 Euro für Gartenpflanzen, Topfpflanzen und Blumen aus. Österreich liegt damit laut Steffek im Europa-Vergleich auf dem dritten Platz. Nur die Norweger und Schweizer geben mehr für Grünes aus. Fleurop Österreich, Platzhirsch bei Blumenzustellungen, will heuer rund um den Valentinstag um 2,5 Prozent mehr umsetzen als im Vorjahr. Das entspricht einem Zehntel des Fleurop-Jahresumsatzes von 3,5 Mio. Euro. Das Unternehmen rechnet mit etwa 11.000 Bestellungen, Fleurop-Kunden lassen sich einen Valentinsgruß inklusive Zustellung etwa 30 bis 35 Euro kosten.

Laut WKÖ-Obmann Steffek liegen heuer vor allem Tulpen, Narzissen, Anemonen, Ranunkeln und Mohnblumen im Trend. Trotzdem seien deutlich mehr als die Hälfte der nachgefragten Blumen immer noch Rosen, erklärt Rudolf Hayek, Bundesinnungsmeister der österreichischen Gärtner und Floristen in der WKÖ. Da die Heizkosten für die heimischen Glashäuser zu hoch seien, müssten acht von zehn Rosen aus Ländern wie Italien importiert werden, wo um diese Jahreszeit bessere klimatische Verhältnisse herrschten, sagte Hayek. Für ihn steht fest, dass zum Valentinstag mehr Blumen gekauft werden als zum Muttertag, weil "das Schenken nicht nur auf eine Gruppe beschränkt ist". Aktuelle Verkaufstrends bei den Blumen seien kräftige Farben, wie zum Beispiel Orange, grelles Pink oder kräftiges Rot.

Supermärkte machen Floristen Konkurrenz

Auch andere Branchen möchten am Umsatzkuchen mitnaschen, vor allem der Lebensmittelhandel. In Österreich werden laut Steffek zwar immer noch rund 85 Prozent der Blumen über den Fachhandel vertrieben, allerdings stellen die Supermärkte eine wachsende Konkurrenz dar. Sowohl bei der Handelskette Spar als auch bei den zur Rewe-Gruppe gehörenden Märkten Billa und Merkur können sich die Konsumenten mit Valentinstagsblumen eindecken. Als besonderes Angebot gibt es bei Spar, Billa und Merkur zum Valentinstag auch Fairtrade-Rosen. Laut Spar-Sprecherin Nicole Berkmann unterstützen die Kunden mit dem Kauf der zertifizierten Blumen von Spar soziale Projekte in den Produktionsländern.

Wer am Valentinstag nicht zu Blumen greift, schenkt meist etwas Süßes. Vor allem die Süßigkeiten in Herzform-Verpackungen seien gefragt, sagt Corinna Tinkler von Rewe Austria. Die Gruppe verzeichnet leichte Umsatzsteigerungen am Valentinstag, konkrete Zahlen nennt Tinkler aber nicht.

Wohn-Accessoires und edle Pflegeprodukte

Einrichtungshäuser bemühen sich ebenfalls, durch gezielte Angebote am Valentinstagsgeschäft mitzuverdienen. Laut Martina Frieser von der Kika-Leiner-Gruppe wollen die beiden Möbelhäuser mit speziellen Wohn-Accessoires wie Kerzen und Aufbewahrungsboxen aus Holz punkten. Auch der Naturkosmetikanbieter Lush rechnet am heutigen Valentintag mit 20 Prozent mehr Umsatz, teilt Alexandra Thier von Lush Austria mit. Bleibt abzuwarten, ob die Konsumenten für neue Geschenkideen offen sind oder wieder überwiegend Blumen kaufen.