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Das Grauen schaut überall anders aus

Von Christina Böck

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Hexe geht natürlich immer. Oder Dracula. Und beim Zuckerleinsammeln mit den Halloween-verkleideten Kindern im Wiener Speckgürtel reicht das vielleicht auch. Man will ja die Nachbarschaft nicht überfordern. In den USA hingegen ist man eher ein Quadrat-Loser, wenn man sich so einfallslos auf die Gruselparty wagt. Die ungefähr vier Milliarden Dollar, die die Amerikaner jedes Jahr zu Halloween ausgeben, haben ja einen Grund. So viele Hexenkostüme kann man gar nicht selbst basteln, dass man so viel Geld braucht. Ein neues Google-Tool namens Frightgeist hat erhoben, welche Kostümideen heuer in welchem Bundesstaat am beliebtesten sind. Am absteigenden Ast sind derzeit die lieblichen Frauenfiguren wie Minnie Maus oder Fee Tinkerbell. Die Liste der Halloween-Kostüme führt aber eine Frau an: eine gewisse Harley Quinn. Das ist eine Superheldin aus dem Batman-Universum, sie spielt eine wichtige Rolle in der als reichlich bizarr angekündigten Comicverfilmung "Suicide Squad". Genau: angekündigt. Der Film startet erst im Sommer nächsten Jahres. Das kann man schon einen beachtlichen Marketing-Coup nennen, das eine ziemliche Randfigur aus einem noch gar nicht existenten Film jetzt schon die Kassen klingeln lässt. Apropos Marketing: In Kalifornien ist man halloweenmäßig schon auf "Star Wars" gepolt, auf den Film muss man wenigstens nur mehr ein Monat lang warten.

Hierzulande wäre freilich nur eine Verkleidung die naheliegende: Nichts hat diese Woche mehr Entsetzen ausgelöst als die Demontage der Wurst. Bastelt mehr Solidaritäts-Burenwürste!