Zum Hauptinhalt springen

Das große Nichts zwischen Sozialbau und Penthouse

Von Ina Weber

Kommentare
Ina Weber.

Was ist das: Sie ist nicht förderungswürdig, weil halbwegs verdienend, aber auch nicht steinreich? Ja, genau, die Mittelschicht. Wenn man sie überhaupt noch so bezeichnen kann. Aus dem Gemeindebau ist man herausgewachsen, auch wenn der eine oder andere Elternteil noch dort gewohnt hat, im Penthouse sitzt man aber auch nicht. Für diese Schicht stellt sich der aktuelle Wohnungsmarkt in Wien als das große Nichts dar.

Wer nicht geerbt hat, schon gute zwei Jahrzehnte voll gearbeitet hat, kommt vielleicht mitten in der Familienplanungsphase dann drauf, dass Wohnen wirklich, wirklich teuer ist. Die Eigentumswohnung in Wien um 500.000 Euro kann nicht einmal mit einem Kredit mehr abgestottert werden, die Mietwohnungen in halbwegs vernünftiger Größe für ein bis zwei Kinder liegen auch schon weit über der monatlichen 1000-Euro-Grenze. Immer öfter zieht die eigene Generation, wo man doch selbst als Student nach Wien gekommen ist, wieder hinaus aufs Land, um der eigenen Familie wieder Wohnplatz mit einem kleinen - lang nicht mehr so groß wie jener der Großeltern - Garten bieten zu können.

"Die Mittelschicht muss für alle zahlen, für Jung, Arm und Alt. Für uns geht sich nichts mehr aus, nicht einmal die eigene Wohnung", hört man immer wieder. Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig meinte, dass ihn das Penthouse von Grasser wenig interessiere, viel eher die Gemeindebau-Mieter. Doch da gibt es doch noch so viele, die beides nicht haben. Doch wieder zurück in den Gemeindebau?