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Das Gute an Sotschi 2014

Von Christian Mayr

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Vergessen wir einmal kurz die dunkle Seite der Winterspiele - ab sofort sollten der Sport und all seine positiven Aspekte in den Vordergrund rücken.


Jetzt, wo wir (fast) alles über die dunklen Seiten der Olympischen Winterspiele 2014 wissen, können diese hoffentlich und endlich mit den rein sportlichen Aspekten beginnen. Jetzt, wo wir (fast) alles über die latente Terrorgefahr, die surrealen Kosten, die Umweltzerstörung, die Repressionen gegen Kritiker und Minderheiten, brutale Enteignungen, den Homosexuellen-Progaganda-Paragrafen (Hermann Maier findet übrigens auch Homosexuellen-Outings "nicht normal") und last but not least die Skurrilitäten der Journalisten-Hotels in und um Sotschi wissen, dürfen wir endlich auch einmal das Gute und Positive an den Spielen hervorheben, die eben nicht oder zumindest nicht allein "Putins Spiele" sein werden.

Wir dürfen uns also durchaus berechtigt freuen auf...

... herausragende sportliche Leistungen in alles in allem würdigen olympischen Wettkampfstätten - von den Abfahrtspisten bis zur Eisschnelllaufhalle. Wo die besten Sportler ihrer Zeit (mit Ausnahme von Lindsey Vonn und Hannes Reichelt) um Gold, Silber und Bronze kämpfen.

... Exoten, die die Winterspiele erst zur globalen Veranstaltung machen und ihnen schrille Farbtupfer verpassen. Immerhin halten jamaikanische Viererbobs und thailändische Slalomläuferinnen (auch wenn sie prominent sind wie Star-Geigerin Vanessa Mae) das Ideal des olympischen Mottos hoch - das immer noch "Dabeisein ist alles" heißt.

... einen Beitrag zur Völkerverständigung, wo sich auch abseits der Wettkämpfe Sportler wie Fans aller Couleurs in Respekt begegnen und so den ursprünglichen olympischen Gedanken mit Leben erfüllen. Was übrigens auch das stolze Gastgeberland mit seinen 143,5 Millionen Einwohnern und seinem autokratischen Herrscher miteinschließt.

... neue Bewerbe, die das Spektrum der Winterspiele erweitern und diese spektakulär bereichern - von Slopestyle bis zum Halfpipe-Bewerb der Ski-Freestyler.

... Randsportarten, denen man wegen des Medaillenspiegels nur alle vier Jahre Aufmerksamkeit widmet: von Rodeln über Skeleton bis zu Snowboard. Und hätte Österreich ein konkurrenzfähiges Curling-Team würden wir auch gebannt den Besen-Artisten zusehen.

... kommode Wettkampfzeiten zur Frühstückszeit oder dank Flutlucht am Vorabend - für die TV-Konsumenten zu Hause. Und wer in Sotschi ist, der erlebt ein wohl noch nie dagewesenes Olympia der kurzen Wege mit nur zwei komprimierten Schauplätzen innerhalb von 50 Kilometern. Dies war übrigens ein Hauptkriterium für den Zuschlag der Spiele an die Schwarzmeerküste.