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Das letzte Tabu fällt: Blumenhass

Von Christina Böck

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Wenn es als Imagetour gedacht war, dann hätte es optimaler laufen können. Aber man kann ja nicht ahnen, dass man einem ukrainischen Reserve-Borat in die Hände gerät. Wird sich Madonna vielleicht gedacht haben. Der Popstar war bei den Filmfestspielen in Venedig, um seinen Film "W.E." erwartbar von den Kritikern in der Luft zerreißen zu lassen. Das mit der lästigen subjektiven Meinung kann einer Madonna natürlich nichts anhaben. Anders sieht das mit Hortensien aus. Bei einer Pressekonferenz wurde ihr nämlich demütigst eine solche von einem mutmaßlichen Fan, jenem Fernseh-Streichespieler, überreicht. Mit freundlichen Nasenlöchern hat Madonna sie übernommen und dann schnell unter dem Tisch verschwinden lassen. Einer Beisitzerin hat sie noch zugeraunt, dass sie Hortensien "absolut verabscheut". Im "Blumen Orakel", einer Art Tarot für Gartenfeen, lernt man über die Hortensie übrigens Folgendes: "Zur Hortensie kommen einem Ausdrücke wie keck oder stolz wie ein Pfau in den Sinn. Eine relativ würdevolle Dame also, vielleicht liebt sie große Hüte . . ."

Kaum was für Madonna dabei. Sie hat schließlich ein YouTube-Video gedreht, in dem sie erst trügerisch den Hortensien ihre Liebe vorgaukelt und sie dann für schnöde Rosen im Stich lässt. Daraus lernen wir: Madonna hat eigentlich viel Zeit für Unsinn. Und Madonna hat für eine Diva enttäuschend langweilige Floralvorlieben.