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Das Rotlicht als Suchtmittel

Von Judith Schmitzberger

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Das Bad in der Öffentlichkeit, das Blitzlichtgewitter der Fotokameras und das rote Blinken der TV-Kameras sind eine Droge. Über mehrere Jahre konsumiert, können sie süchtig machen. Der Entzug ist ein beschwerlicher und langer, die Entwöhnung sollte in Etappen und keinesfalls plötzlich erfolgen. Diejenigen, die den Absprung nicht restlos geschafft haben, enden in diversen Society-TV-Formaten. Drogensucht ist etwas Unerbittliches.


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Ioan Holender talkt jetzt für den ORF. Im Gegensatz zu seinem Kurzausflug zum Privatsender ATV wird der mittlerweile nicht mehr scheidende, sondern frischgebackene ehemalige Wiener Staatsoperndirektor nicht mehr zu sehen und zu hören, sondern nur noch zu hören sein. Denn das Rotlicht kommt beim ORF nicht von einer Kamera, sondern von einem Mikrofon. Als Entschädigung gibt es bei Ö1 Studiogäste, der erste ist kommenden Montag Generaldirektor Alexander Wrabetz. Als Dosis wurde Ioan Holender vorerst jeder erste Montag im Monat verordnet.

Wie es mit der Entzugstherapie weitergehen soll, ist noch ungewiss. Experten beraten derzeit, ob ein nächster Schritt eine Zeitungskolumne sein könnte. Da würde man den Patienten zwar dann auch nicht mehr hören können, jedoch dank eines Foto wieder sehen. Zur Not bleiben noch die Seitenblicke. Aber das hat Ioan Holender nicht verdient.

Möge der Entzug gelingen.