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Deftige schwarze Wahlkampfsager

Von Patrick Krammer

Politik

Die ÖVP nutzte ihre Aschermittwochsrede, um ihren Kärntner Spitzenkandidaten zu pushen.


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Der Bundeskanzler Karl Nehammer spricht Klartext." So beginnt die als Nachrichtenreport getarnte Aschermittwochsrede der ÖVP, die heuer in Klagenfurt stattgefunden hat. Nicht zufällig, sollte doch auch Martin Gruber, ÖVP-Spitzenkandidat für die bevorstehende Kärntner Landtagswahl, eine Rede halten. Er wollte "zum Airport-, Wolf- und Gender-Wahn" sprechen, denn: "Der Parteichef Martin Gruber gibt zu strittigen Themen die Richtung vor." Die traditionelle Aschermittwochsrede der ÖVP wurde heuer zur Wahlkampfveranstaltung für eine schwarze Landespartei, die in der aktuellsten Umfrage um die 10 Prozent liegt und auf den vierten Platz zurückfallen könnte.

"Die Umfragen, naja"

Am Ende war Grubers Rede die kürzeste. Neben Nehammer bekam vor allem der geladene Ehrengast Christian Wulff, der frühere deutsche Bundespräsident, viel Redezeit. Er fühlt sich mit Kärnten an Bayern erinnert, wo sich die CSU durchgesetzt und das Bundesland "an die Spitze" Deutschlands gebracht hatte: "Für mich ist Kärnten ein wachzuküssender Bär", meinte Wulff, womöglich in Anspielung auf Grubers Wahlkampfmaskottchen, den "GruBär".

Nehammer verzichtete in seiner Aschermittwochsrede auf deftige Sprüche. Er trug seine Rede nüchtern vor, sprach viel über die internationalen Krisen und jene im Bund. Zur möglicherweise bevorstehenden Wahlniederlage meinte der Kanzler nur: "Die Umfragen, naja, die Stimmung gut, die politische Situation nicht einfach." Von den Bürgermeistern und Parteifunktionären wünschte er sich noch fleißige Wahlkampfarbeit. Spitzenkandidat Gruber sei ein Mann mit "einer starken Haltung", meinte der Kanzler.

Gruber, der Nehammers Unterstützung im Vorfeld nicht als "Rückenwind" empfand, sondern sich zumindest "Windstille" wünschte, legte seine Rede traditioneller an, mit einigen deftigen Sagern im Gepäck: Seine Partei wolle "Mutmacher statt Wutmacher" sein. Wenn die FPÖ fortführen wolle, was sie angefangen habe, könne man es nach dem wirtschaftlichen Abstieg nur mit der Angst zu tun bekommen. Das Team Kärnten betreibe "Nilpferdpolitik", sprich: "Große Klappe, aber wenn es ums Arbeiten geht, abtauchen." Die Politik der SPÖ führe "in eine Sackgasse". Nach der Wahl am 5. März will er mit den Roten trotzdem weiterregieren.