Zum Hauptinhalt springen

Déjà-vu-Erlebnisse am Sonntag

Von Peter Bochskanl

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 12 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Bei den vielen Wiederholungen im ORF-Fernsehen werden vor allem Zuseher mit einem guten Gedächtnis oft auch im Hauptabendprogramm von ärgerlichen Wiederbegegnungen geplagt. Schon nach wenigen Minuten wird oft klar, dass man etwa den ach so spannenden Krimi schon gesehen hat und in den meisten Fällen weiß man sofort, wie er ausgehen wird - und das nicht nur, weil eben meist die Bösen scheitern und die Guten letztlich obsiegen müssen.

So ging’s einem auch am Sonntag mit dem drei Jahre alten österreichischen Krassnitzer-Tatort "Exitus", in dem nach verschwundenen Leichen gefahndet wird. Diesmal strengte sich der ORF noch zusätzlich an, um auch den Erstsehern des Films die Spannung zu verderben: Der schon Tage zuvor, aber auch wenige Minuten vor der Sendung ausgestrahlte Trailer zeigte einen Crash-Test mit einem Auto, so dass für die meisten Zuseher noch vor Beginn verraten war, dass die Leichen für diesen Zweck missbraucht werden. Für ein zweites Déjà-vu-Erlebnis sorgte ein Werbespot einer Versicherung aus der Serie, in der einem die Hauptdarstellerin schon seit längerem so bekannt vorkam. Auch da fiel bald der Groschen: Sofie Gråbøl hatte sich einem als Ermittlerin der dänischen TV-Serie "Kommissarin Lund" eingeprägt. Kein Wunder, wurde man doch von ihr zehn Abende in Hochspannung gehalten. Dieses Wiedererkennen war nicht ärgerlich, konnte man doch seinem Gedächtnis auf die Schulter klopfen - immerhin hatte der ORF die Filme schon vor mehr als zwei Jahren ausgestrahlt.