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Der Abschied ist längst besiegelt

Von Tamara Arthofer

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Es könnte der Anfang des Endes eines Bewerbs sein, den eh keiner so richtig wollte. Vor der Super-Kombination in Wengen, mit der am Freitag (10.30 Uhr/14 Uhr) die Lauberhorn-Rennen beginnen, bestätigte der Ski-Weltverband FIS die ohnehin von vielen schon länger gehegte Ahnung, dass er den Bewerb sanft entschlafen lassen will.

Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Eigentlich war der Abschied ohnehin schon lange besiegelt. Jedenfalls haben sich weder die FIS-Verantwortlichen, noch die Fahrer und Trainer besonders hervorgetan, wenn es galt, dem Bewerb neuen Schwung zu verleihen. Eine aus vier Rennen bestehende Weltcup-Serie ist von vornherein der Lächerlichkeit preisgegeben, noch mehr, wenn dann Läufer die Kombinationsabfahrt lediglich zu Trainingszwecken bestreiten, ohne Ambitionen, im zweiten Teilbewerb überhaupt an den Start zu gehen. Was Renndirektor Günter Hujara von der Kombination hält, wird ausgerechnet an einer Aussage, mit der er sie eigentlich verteidigen wollte, klar: Jetzt gebe es mehr Fahrer, die sich auf eine Abfahrt wagen würden, meint er. "Wir haben die Abfahrt neu belebt." Eh o.k. Für die (wenigen) Fahrer, die die Kombination noch ernst nehmen, ist dies aber ebenso ein Schlag ins Gesicht wie für die Fans, die tatsächlich noch was von Allrounderfähigkeiten halten. Aber vielleicht wird die Diskussion ja jetzt neu belebt, meinen einige.

Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht in Zeiten, in denen mit Gerüchten um angeblich nicht regelkonforme Unterwäsche wie jene von Tina Maze für weit mehr Gesprächsstoff gesorgt werden kann. Der diesbezügliche Protest der Schweizer und die Prüfung der Unterwäsche durch die FIS sind durchaus ernst gemeint. Handelt es sich tatsächlich um einen plastifizierten Unteranzug, der sich mit dem Obergewand verklebt und dadurch nicht mehr die geforderte Luftdurchlässigkeit gewährleistet, entspräche dies schlicht nicht den (Über-)Regulierungen. Dass die Kommentare sich nun auf schlüpfrige bis degoutante Altherrenwitze beschränken, hätte der FIS klar sein müssen. Macht aber nichts. PR ist alles. Und da hat Mazes Unterwäsche eben mehr Potenzial als ein Bewerb, der eh nur als Beiwagerl gesehen wird.