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Der Erfolg mit den Krediten für Arme

Von Alexander U. Mathé

Politik

Annan: "Keine Wohltat sondern Gleichberechtigung." | Dhaka/Wien. Die Erfolgsgeschichte der Mikrokredite begann 1974 in Bangladesch. Der in den USA ausgebildete Ökonom Muhammad Yunus startete ein Programm mit dem er den ärmsten Menschen in Bangladesch Kredite gewährt. Die Idee, die bis heute bereits 6,6 Millionen Menschen geholfen hat, wird ein Renner, so dass Yunus 1983 zu diesem Zweck die Grameen Bank gründet.


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Schon bald machte das System Schule und wurde auf der ganzen Welt nachgeahmt und unterstützt. Die UNO sieht in der Mikrofinanzierung ein wichtiges Instrument zur Reduktion von Armut. Ihr Ziel ist es, damit 100 Millionen Menschen zu erreichen.

"Der Schlüssel zum Erfolg liegt in dem extrem gut ausgebildeten Personal", erklärte Kristin Duchateau von der Austria Development Agency im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". An die Kredite gekoppelt sei eine eingehende und nachhaltige Beratung (siehe Kasten). "Die Experten erstellen gemeinsam mit dem Kreditkunden einen Geschäftsplan, der auch Jahr für Jahr überprüft wird."

Auch österreichische Institutionen haben bei der Mikrofinanzierung beachtliche Erfolge aufzuweisen. Durch ihr Engagement am Balkan hat die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit mehr als 30.000 Klein- und Mittelbetrieben Kredite ermöglicht und so rund 230.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mit karitativer Arbeit hat die Mikrofinanzierung laut UN-Generalsekretär Kofi Annan aber mittlerweile nichts mehr zu tun: Sie "ist keine Wohltätigkeit. Sie ist ein Weg, einkommensschwachen Haushalten dieselben Rechte wie allen anderen auch zur Verfügung zu stehen."