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Der Fall Phettberg

Von Bernhard Baumgartner

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Der ORF bringt heute, Donnerstag, einen Schwerpunkt zu Hermes Phettberg: In "Auf Wieder-Sehen Österreich" zeigt (ausgerechnet) Andi Knoll auf ORF 1 ab 23.10 Uhr einige der besten Momente aus "Phettbergs nette Leit Show" - unter anderem mit den Gästen Marcel Prawy und Chris Lohner. Als Abschluss des Themenabends läuft ab 0.35 Uhr der Dokumentarfilm "Hermes Phettberg, Elender" von Phettberg-Regisseur Kurt Palm.


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Das freilich ist löblich. Es hinterlässt allerdings einen bitteren Nachgeschmack. Den nämlich, dass es der ORF damals, nach dem definitiven Ende der "nette Leit Show", nicht geschafft hat, für ein Naturtalent wie Phettberg eine sinnvolle Betätigung auf dem Bildschirm zu finden. Phettberg verschwand damals genauso schnell in der Versenkung, wie er gekommen war. Sicher: Der Mann hat immer polarisiert und pflegeleicht war er auch nicht. Andererseits ist es ja nicht so, dass der ORF vor Menschen nur so strotzt, die bei einem jüngeren Publikum über Nacht zur Kultfigur aufsteigen können. Der Eindruck war: Man wollt ihn damals halt eben nicht wirklich, diesen eigentümlichen Amateur, der ohne jeden Stallgeruch von außen kam und den schicken und wohlbestallten Insassen der Trutzburg Küniglberg zeigte, wie man eine außergewöhnliche Talksendung moderiert, von der die Menschen noch Jahre später sprechen.

Dass man ihn nun, wo er ein Sozial- und Pflegefall ist, wieder aus der Versenkung holt, ist ok. Allerdings wäre es nicht schlecht, auch Selbstkritik zu üben. Nicht nur über den Umgang mit diesem Menschen, sondern auch, dass man da eine Chance vergeben hat. Allerdings weder die erste noch die letzte.