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Der ORF und die Politik

Von Peter Bochskanl

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Sommers hält sich das ORF-Fernsehen offensichtlich an den Titel des Melina-Mercouri-Films von 1960: "Sonntags... nie!", zumindest was Diskussionssendungen betrifft. Freitag war noch ein Verhör-Interview mit dem Grünen Rudi Anschober in der Serie der "Sommertalks" in der ZiB24 zu sehen, Montag nahm Ingrid Thurnher einen neuen Anlauf zur Wiederbelebung des nun schon 30 Jahre alten Formats der "Sommergespräche", nachdem sie eine Woche zuvor beim Bäckerei-Talk mit Josef Bucher vom BZÖ die vom ORF gefeierte Quote von 562.000 Zusehern erreicht hatte.


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Während sie gestern mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig weiter die Reihe der Parteiobleute - diesmal mit der Assistenz des Industriellen Claus Raidl - abarbeitete, ist die Liste der Talker in der ZiB24 zum Teil erfrischend bunter: Nach Nina Proll und Rudi Anschober sind Interviews mit der Managerin Brigitte Ederer und Skistar Marlies Schild geplant, aber auch hier bleibt der Kotau vor der Politik mit der Einladung von fünf Partei-Vertretern nicht aus.

Vielleicht sollte man sogar ein wenig dankbar sein, wenigstens an Sommersonntagen mit ängstlichen politischen Pflichtübungen des eben nicht mehr so unabhängigen ORF verschont zu werden. Für Diskussions-Freaks gabs Sonntag einen Ausweg: Sie schalteten um zu Anne Will in der ARD und erlebten eine interessante Debatte zum Thema "Millionäre zur Kasse": Würden mehr spendier- und stiftungsfreudige Reiche die Budgetprobleme lösen? Oder wären höhere Steuern für alle Vermögenden solidarischer? Warum ist Wohltätertum eigentlich steuerlich absetzbar? Nur einer der hochkarätigen Teilnehmer war ein Politiker.

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