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Der Speckgürtel rund um Preßburg nimmt Gestalt an

Von WZ-Korrespondentin Carola Palzecki

Wirtschaft

Business- und Technologieparks. | Investoren aus Deutschland. | Preßburg. Noch ist die Privatisierungsschlacht um den Preßburger Flughafen nicht ganz ausgefochten. Doch auf dem weitläufigen Areal zwischen dem Airport M.R. Stefánik und dem Stadtteil Ruzinov-Ostredky sitzen angehende Investoren längst in den Startlöchern. Die dortigen Grundstücke sind heiß begehrt. Das gilt auch für die Stadtteile Záhorská Bystrica im Norden der Hauptstadt, Raca im Osten und Petrzalka an der österreichischen Grenze. Allmählich formieren sich dort ganze Business- und Technologieparks.


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Für die massive Jagd auf Bauland außerhalb des Zentrums gibt es gleich zwei handfeste Gründe. Zum einen wurden inzwischen auch außerhalb der Kernzone von Preßburg alle noch aus kommunistischer Zeit rührenden Restitutionsansprüche geltend gemacht - die Frist dafür lief Ende 2004 ab. Zum anderen ist der Immobilienmarkt im Herzen der slowakischen Hauptstadt völlig überhitzt.

Spekulation mit dem Beitritt zur EU

Viele Eigentümer von Grundstücken und Immobilien hatten sich dort vor gut zwei Jahren schlichtweg verspekuliert, als sie im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt der Slowakei eindeutig überzogene Miet- oder Kaufpreise je Quadratmeter forderten. Angehende Investoren suchten sich damals deutlich günstigere Alternativen; neue Interessenten zogen nicht nach. Außerdem steht sich die Altstadt mit ihren vielen denkmalgeschützten Bauten gewissermaßen selbst im Wege, weil Immobilienerwerber hier Auflagen in Kauf nehmen müssen. Diese treiben die Preise nach oben. Im vergangenen Jahr wurde deshalb schon die Verkleinerung der Zone denkmalgeschützter Bauten um gut die Hälfte angeordnet. Dennoch, die Preise bleiben hoch und es fehlt die entsprechende Nachfrage, doch die Eigentümer hoffen noch immer, die teuer erstandenen Objekte irgendwann noch hochpreisig verkaufen zu können.

Verhandlungen über Flächen voll im Gange

Die Investorenmagneten im neuen Speckgürtel rund um Preßburg sind nicht mit den von der Regierung propagierten Industrieparks zu verwechseln. Denn diese müssen zumindest teilweise von der öffentlichen Hand getragen werden, damit es sich um förderwürdige Projekte handelt. Die Business- und Technologieparks neuer Generation hingegen sind vollständig private und vor allem von deutschen und schweizerischen Financiers forcierte Vorhaben.

Zurzeit wird über die meisten begehrten Flächen noch verhandelt. Doch ist schon jetzt gut zu erkennen, welche Gebiete für welche Investoren interessant sind. Záhorská Bystrica wartet mit der unmittelbaren Nähe zum Volkswagen-Werk in Devínska Nová Ves auf und zieht daher zumeist technische Zulieferer an. Raca ist interessant für Dienstleister, das Areal rund um den Airport wiederum eher für Unternehmen aus den Branchen Logistik und Handel. Petrzalka schließlich will sich als innovativer Ausrichter für Kongresse, Messen und Sportveranstaltungen profilieren.