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Die 15 Millionen Euro schwere Verweigerung

Von Christian Mayr

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Wer weiß, was passiert wäre, hätte Sadio Mané vorige Woche nicht mit Trainingsverweigerung für Schlagzeilen gesorgt, sondern mit Toren die Salzburger in die Champions League geschossen. Der 22-jährige Senegalese - hochtalentiert, aber offenbar auch hochgradig verhaltensoriginell - wäre im Herbst ganz sicher in der Königsklasse statt im Königreich aufgelaufen, sprich der Premier League. Mit der indiskutablen und unsportlichen Nummer von wegen "Ich bin im Kopf nicht frei genug, um zu trainieren" hat sich Mané just vor dem "Spiel des Jahres" der Salzburger in Malmö ins Abseits geschossen und seiner hochgradig unter Druck stehenden Mannschaft zusätzliche Unruhe beschert. Dass dieses dubiose Verhalten (inklusive Untertauchen plus anschließender Missverständnis-Kundgebungen) nun auch noch belohnt wird, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Statt einer Sperre samt Geldstrafe durch Salzburg gibt es für den Senegalesen nun bei Southampton gewiss einen ansehnlichen Geldregen samt großer Fußball-Bühne in der teuersten Liga der Welt. Der Fußball ist eben nicht gerecht. Doch die nach dem sicher geglaubten Champions-League-Auftritt immer noch geschockten Salzburger haben keinen Grund, sich darüber zu beklagen. Denn der Flügelspieler bringt die für österreichische Verhältnisse Rekord-Ablösesumme von 15Millionen Euro ein. Das ist so ziemlich jene Summe, die die Champions League dem heimischen Meister an Gewinn beschert hätte.

Mané hätte sich in Malmö übrigens auch verletzen können - wie gut für Salzburg, dass er nicht in den Flieger gestiegen ist.