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Österreich: Exportschlager sind Käse und Red Bull. | Hoffnungsmärkte Beitrittsländer. | Berlin. Von der Landesliga in die Champions League: Wäre der heimische Agrar-außenhandel ein Fußballklub, wäre ihm dieser Aufstieg geglückt, heißt es von der Agrarmarkt Austria (AMA). Erstmals in der Zweiten Republik wurden mehr heimische Landwirtschaftsgüter exportiert als ausländische eingeführt.
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"Zu Zeiten des EU-Beitritts lagen wir 3:2 hinten", sagt AMA-Vorstandsvorsitzender Georg Schöppl kürzlich in jenem Land, in dem vergangenes Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen worden war und in dem derzeit die weltgrößte Landwirtschaftsmesse stattfindet. "2005 haben wir den Ausgleich geschossen und 2006 sind wir in Führung gegangen."
Vor Blutschokolade und Blattläusejoghurts sei vor dem EU-Beitritt gewarnt worden, ebenso, dass der große europäische Markt das kleine Österreich überrollen könnte. Die Statistik spricht nun, elf Jahre nach dem Beitritt, eine andere Sprache: Käse, Milch, Wurst, Speck, Fleisch, Wein, Bier - insgesamt wurden im vergangenen Jahr Agrarwaren im Wert von 6,6 Mrd. Euro ausgeführt. Österreich importierte Güter im Wert von 6,5 Mrd. Euro. Das meiste ging nach Deutschland und Italien - doch auch die USA liegen in der Rangliste der wichtigsten Märkte weit vorn: Red Bull ist hier Exportschlager, zwei Drittel des US-Anteils gehen auf den Energydrink zurück. Deutschland und Italien importieren vor allem Milchprodukte, heimischer Käse bleibt der "Exportstar".
Bio gehört dazu
Die Konsumenten kaufen zwar weniger ein, sind aber offenbar in letzter Zeit dazu bereit, mehr zu zahlen - Österreich punkte mit Qualität und innovativen Unternehmen, sagt Schöppl. In Deutschland verbindet man laut einer AMA-Umfrage heimische Lebensmittel mit Qualität, Gesundheit und intakter Umwelt - "da gehört auch Bio dazu", erklärt der AMA-Vorstandschef. Denn aus der Biobauernbranche gibt es immer wieder Kritik an der Werbelinie der AMA: Die Bilder von "glücklichen Kühen" würden nicht der Realität entsprechen, dem Konsument würde Glauben gemacht, er kaufe mit dem AMA-Siegel automatisch Bio-Produkte. "Wir forcieren biologische Lebensmittel - auch im Export", meint Schöppel dazu. Hilfreich sei, dass in Österreich ansässige Lebensmittelketten ausländische Eigentümer haben.
Die Hoffnungsmärkte sind die neuen EU-Mitgliedsländer - neben den jüngsten Rumänien und Bulgarien auch die älteren, wie Ungarn.
Schöppl: "Es kommt darauf an, wie sich in diesen Ländern die Wirtschaft entwickelt, wie die Einkommen steigen - ich denke, man kann sehr optimistisch sein."
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