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Die Behörden steigen vom hohen Ross

Von Claudia Peintner

Wirtschaft

Nicht nur Bescheid abstempeln, sondern auf Bürger eingehen. | Nachahmer unter Bezirkshauptleuten dringend gesucht. | Wien. "Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt", sagt Heinz Pansi, Bezirkshauptmann aus Hermagor. In seiner Kärntner Behörde wird schon seit längerer Zeit Qualitätsmanagement groß geschrieben: Egal ob es sich dabei um die Qualität beim Umgang mit den Bürgern handelt oder um die qualitätsvolle und rasche Abwicklung von Anträgen.


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Pansi und sein Team gehören zu einer kleinen Runde von Bezirkshauptmannschaften, die als Vorzeigebeispiel moderner Behörden gelten. "Früher wurde erst aufgrund von Weisungen und Gesetzen gehandelt", so der Bezirkshauptmann. Verglichen zu einst hätten sich die Qualitätsansprüche der Bürger an die Behörden jedoch verändert.

"Heute reagieren wir von uns aus. Es geht nicht nur um die alleinige Leistungserbringung, sondern um eine verbesserte Versorgung und um die Zufriedenheit der Leistungsempfänger", ergänzt Rosmarie Drexler, Bezirkshauptfrau von Zell am See. Immerhin fallen die Agenden der 86 österreichischen Bezirkshauptmannschaften in eine Vielzahl bürgernaher Lebensbereiche hinein - vom Pass-Antrag über Gewerbeberechtigungen bis hin zu Verkehrsstrafen.

Vergleichen & Kopieren

Bisher war es üblich, dass jede Bezirksbehörde diese Aufgaben mit ihren eigenen Methoden abwickelte. Seit sich die fünf innovativen Bezirksverwaltungen - neben Hermagor und Zell am See sind noch Eisenstadt-Umgebung, Hallein und Rohrbach mit im Boot - regelmäßig zusammensetzen und ihre Arbeitsweise vergleichen, hat sich vieles getan. Zum einen werde weniger zweigleisig gefahren, sagt Drexler. So haben die Bezirkshauptmannschaften etwa gemeinsame Musteranträge und Standards für die diversen Verfahren eingeführt. Ein weiteres Projekt im Fremdenwesen sind mehrsprachige Broschüren.

Zum anderen könne man voneinander lernen: Während in Westösterreich ein guter Katastrophenschutz existiert, bekommt das Burgenland Nachhilfe beim Umgang mit Großschadensereignissen.

Derzeit befinden sich die fünf Bezirksbehörden mit ihrem Konzept noch allein auf weiter Flur. "Nachahmer werden dringend gesucht", betont Drexler.